Daß einem Bundesminister mit dem Parteibuch der Sozialdemokraten in der Tasche von deutschen Unternehmern nachgesagt wird, er sei "rückständig", ist sicherlich keine alltägliche Erfahrung. Dennoch: Es ist geschehen. Die Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer (ASU) bezeugte so ihre "Enttäuschung" gegenüber dem vom Arbeitsminister Walter Arendt vorgelegten Novellierungsentwurf zum Betriebsverfassungsgesetz.

Es geht um die "Mitbestimmung". Und da es die selbständigen Unternehmer nicht bei der Kritik belassen wollten, legten sie eigene Vorschläge zu diesem-Thema vor. Das hat ihnen indes postwendend eine scharfe Rüge eingebracht – aus dem eigenen Hause. Die mächtige Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber-Verbände stellte unmißverständlich fest, wer in diesem Komplex das Wort für die Unternehmer zu erheben habe: sie selbst:

Ob die Bundesvereinigung sich und den Unternehmern hier einen Dienst erwiesen hat, mag hinlänglich bezweifelt werden. Wenn schon in den eigenen Reihen Diskussionen unerwünscht sind, wie soll dann auf breiter Ebene der "Betroffenen" – Gesetzgeber, Gewerkschaften und Unternehmer – der Rahmen zu einem sachlichen Gespräch gefunden werden? Mehr Mitbestimmung im Kreise der Arbeitgeber wäre wohl am Platze gf