Walter Leisler Kiep, CDU-Bundestagsabgeordneter, erhielt unerwartetes Lob von seinem SPD-Kollegen Alwin Brück. Als Kiep vor der Presse empfahl, die Bundesregierung solle Entwicklungshilfeleistungen auch dann nicht abbrechen, wenn ein Empfängerland die DDR, anerkennt, äußerte sich Brück zufrieden über derartige Aufweichungstendenzen in der Opposition. Einzige Hoffnung Brücks: MdB Kiep möge sich mit dem geäußerten Standpunkt auch innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion durchsetzen.

Helmuth Kern, Hamburger Senator für Wirtschaft und Verkehr, fand eine neue Größe der von ihm vertretenen Hansestadt. Vor dem Schutzverein deutscher Reeder nannte er den Verband schmeichelnd einen "sehr wichtigen Superlativ", der als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit das Gesicht Hamburgs als "Markt für Schiffs- und Ladungsversicherungen" präge.

Georg Leber, Bundesverkehrsminister, ließ in Bonn durchblicken, daß man das ganze Paket der Gebührenerhebung bei der Bundespost splitten könnte, damit nicht alles auf einmal kommt. In der Bundeshauptstadt hält man es daher nicht mehr für ausgeschlossen, daß als erstes die Telephongebühren auf dem Fernmeldesektor erhöht werden. Hier wäre das meiste Geld hereinzuholen.

Aristoteles Onassis, griechischer Großreeder, verkalkulierte sich. Beim Obersten Griechischen Verwaltungsgericht beantragte er, den von ihm geschlossenen Vertrag mit der griechischen Regierung über Investitionen von 600 Millionen Dollar in Griechenland für ungültig zu erklären. Der starke Anstieg der Rohölpreise, vor allem aber der Frachtraten auf dem Weltmarkt, mache den Vertrag in der bisherigen Form unerfüllbar.