Zur Messezeit bettet sich mancher unfreiwillig zu zweit. Denn Einzelzimmer sind knapp, und Doppelzimmer, sonst auch an Einzelgäste vermietet, werden nur noch an zwei vergeben. Wenn freilich das Geschäftsgebahren des Frankfurter Hotels Mozart Schule macht, dann werden Deutschlands Messebesucher künftig in Schlafsälen nächtigen müssen.

Peter Abegg, Deutschland-Repräsentant der englischen Firma GKN, wollte in diesem Hotel sieben Einzel- und fünf Doppelzimmer für die Automobilausstellung im September 1971 buchen. Doch die Einzelzimmer, die Anfang Oktober noch zur Verfügung standen, gab es plötzlich nicht mehr. Abegg buchte trotzdem – froh darüber, überhaupt ein Hotel gefunden zu haben. Aber seine Erleichterung verflog, als er statt einer schriftlichen Bestätigung ein neues "Angebot" erhielt: An Stelle der fest vereinbarten zwölf Doppelzimmer zum Preis von 78,05 Mark offerierte ihm das Hotel acht Dreibettzimmer – einschließlich Bedienung, Mehrwertsteuer, Frühstück und Messezuschlag (!) für 138,85 Mark pro Nacht und Zimmer. Und wegen "der großen Nachfragen" wurde er gebeten, "sofort per Vorauskasse (von 14 440,40 Mark)... Zimmerreservierung vorzunehmen".

Abegg nahm nicht. Doch irgendwer wird auch in diesen Betten schlafen, wenn sich nicht die Stadt und der Hotel- und Gaststättenverband mit derlei Praktiken beschäftigen. Sonst freilich sollte Frankfurt seinen Gästen gleich die Jugendherberge empfehlen. Sie ist wenigstens preiswert und seriös. h. d.