Platzes auf der Sonnenseite des Lebens. Von einer Seite der Hoflaan zur anderen ereignet sich dieser Wechsel.

Fahren Sie von hier nach Hillegersberg, in den Vorort der Neureichen, die Straßen tragen sämtlich Musikernamen. Und weiter nach Schiebroek, ein ganzes Viertel voller kaufmännischer Angestellter, die es zu etwas gebracht haben.

Und wieder zurück nach Nordosten, nach Ommoord, in den Prins Alexander Polder, eine Trabantenstadt für demnächst 200 000 Einwohner. Keine aufregenden Architekturen – aber deutsche Städteplaner, ob die vom Berliner Märkischen Viertel oder von Hamburgs Osdorfer Born, könnten hier lernen, wie ein solcher Mammutkomplex zu gliedern ist, wie soziale Einrichtungen eingeplant und eingepaßt sein können, Schulen und konkurrierende Einkaufszentren, Kindertagesheime und Garagen, Altenzentren und Amüsement – "gemoedelijk".

Fahren Sie weiter zur funkelnagelneuen, im vergangenen Jahr eröffneten wirtschaftswissenschaftlichen und juristischen Fakultät, einem 100-Millionen-Bau am Rande des Polders für bislang 5000 Studenten, eine Hochschule, die in ihrem architektonischen Äußeren Konsequenz verrät – ob sie auch innen, in ihrer Struktur und Arbeitsweise so radikal auf Zukunft hin gearbeitet ist, wird sich erst zeigen.

Und gleich nebenan noch ein Anfang. 1968 übergab die "Aktion Sühnezeichen" dem ökumenischen Rat der Kirchen in Rotterdam einen sechsgeschossigen kubischen Bau am Maasboulevard für eine "Internationale ökumenische Sozialakademie". Heute arbeiten dort Schulungsgremien für die Wirtschaft wie für die Theologie, für innerstädtische Sozialarbeit und Entwicklungshilfe.

Zwei Tage in Rotterdam: undenkbar, nicht hinausgekommen zu sein, zum Europort, einem der gewaltigsten Bauvorhaben, das den Rotterdamer Hafen an die Entwicklung zu immer größeren Tankern und Frachtschiffen anpaßt. Fahren Sie durch den Maas-Tunnel auf die linke Maas-Seite, entlang den unabsehbaren neuen Lagerplätzen für das Container-Roll-on/Rolloff-System, vorbei an riesigen Raffineriekomplexen, über hochmoderne Klappbrücken und Kanalschleusen – bis plötzlich die Straße in Niemandsland führt, in flache Dünen, durch dürres, hartes Gras, zu einem provisorischen Deich, zu einem abrupten Ende vor einem Wassergraben: erste Phase eines Hafenbeckenbaus.

Fahren Sie zum Eur-o-rama, einer kleinen Erhebung mitten im Sand, vorbei an langen Halden aus Betonwürfeln und Basaltsteinen, vorbei an kilometerlangen Rohrlagern, an Bagger- und Planierraupendepots, schauen Sie sich den Film über die Neubauprojekte an.