Magnet Nummer eins deutscher Baufirmen ist das reiche: Ölscheichtum Abu Dhabi am Arabischen Golf. Dieses Land rangiert im Pro-Kopf-Einkommen noch vor den USA an der Spitze der Weltliste. Dieser Reichtum erklärt die Existenz riesiger Bauvorhaben. In Abu Dhabi wird zur Zeit ein großer Hafen gebaut. Den Auftrag dazu erhielt im Jahre 1967 die Held & Francke Bau-AG., München, dazu im vorigen Jahr einen Ergänzungsauftrag. Gesamtvolumen: 85 Millionen Mark.

Mit Lieferantenkrediten "aushelfen" mußten die Firmen Huta Hegerfeld AG., Essen, und Karl Stöhr KG., München. Gemeinsam mit einem einheimischen Partner erhielten sie den Auftrag der persischen Regierung zum Bau des Sangban- und Ziaran-Umleitungsdammes zur besseren Nutzung der kärglichen Wasservorräte der Flußläufe des Landes. Volumen: 48 Millionen Mark.

Pech mit Persien hatte die deutsche Dorna-Baugruppe. Mit ihrer Tochter "Royal Dorna Iran" wollte sie dort mehr als 50 000 Wohnungen bauen. Das Bauvolumen sollte in sieben Jahren rund 750 Millionen Mark erreichen. Nun stehen die Dorna-Gesellschafter unter dem Verdacht, zur Finanzierung dieser Projekte Gelder nach Persien transferiert zu haben, die ihnen von deutschen Kunden, zum Bau Von Eigenheimen zur Verfügung gestellt worden waren. Die Folge des Persien-Abenteuers: Zahlungsschwierigkeiten daheim.

Für 44,5 Millionen Mark erweitert die Ed. Züblin AG., Duisburg, den Port-Swettenham-Hafen im Einzugsbereich Kuala Lumpurs in Malaysia. Finanzierung: Kapitalhilfekredit der Bundesregierung plus malaysische Staatsmittel.

Kürzlich fertiggestellt wurden auf der Insel Penang – gleichfalls in Malaysia – zwei große Wohnungsbauprojekte der Hochtief AG. Gebaut wurden sechs Häuser mit je 17 und drei Häuser mit je 18 Geschossen. Erstmalig wurde dabei in so großer Entfernung vom Firmensitz die "totale Vorfertigung" im Fließbandverfahren praktiziert.

Die größte Baustelle im Ausland, an der deutsche Firmen jemals mitwirkten, ist nach wie vor der Tarbela-Staudamm in Pakistan. Hier soll bis zum Jahre 1976 gebaut werden. Am Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Mark sind fünf deutsche Firmen beteiligt: die Hochtief AG., die Philipp Holzmann AG., die Strabag-Bau AG., die Ed. Züblin AG. und die C. Baresel AG. Das Bauvolumen dieser deutschen Tarbela-Partner liegt bei 420 Millionen Mark.

Ein bei deutschen Firmen sehr beliebtes Auftraggeberland ist auch Saudi-Arabien. Hier bauen zur Zeit – unter anderem – die Siemens-Bauunion GmbH., München, eine Zementfabrik und die Firma Polensky & Zöllner, Frankfurt, ein Wasserversorgungssystem. Die Finanzierung besorgen die staatlichen saudiarabischen Auftraggeber.