Wehrpflichtige haben einen Rechtsanspruch auf einige Sonderleistungen des Bundes: Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt der Staat während der Wehrdienstzeit ihre Verpflichtungen aus Bausparverträgen.

Wichtigste Voraussetzung; Der Bausparvertrag muß mindestens ein Jahr vor der Einberufung zum Wehrdienst bereits bestanden haben. Der Bund erstattet jedoch meist auch dann die Bausparbeiträge, wenn ein schon seit längerer Zeit bestehender Bausparvertrag während der Wehrdienstzeit oder der vorherigen Zwölfmonatsfrist abläuft und wenn der Soldat – sofort daran anschließend – einen neuen Vertrag abschließt.

Die Rechtsgrundlage für diese Erstattungen ist das sogenannte Unterhaltssicherungsgesetz. In ihm wird bestimmt, daß der Bund Sparbeiträge auf einen Bausparvertrag oder Tilgungsbeiträge auf ein bereits gewährtes Bauspardarlehen übernimmt, allerdings bis zu einer Höchstgrenze. Diese Höchstgrenze entspricht normalerweise 15 Prozent jenes monatlichen Durchschnitts-Einkommens, das der Bundeswehr-Angehörige vor Antritt seines Wehrdienstes bezog. Als Einkommen im anrechenbaren Sinn gilt, zum Beispiel, auch das "Gehalt" eines Lehrlings einschließlich eventueller Gratifikationen und Erziehungs- oder Ausbildungsbeihilfen. Wer vor seiner Einberufung im Betrieb seiner Eltern arbeitete, kann sich das Einkommen einer vergleichbaren Arbeitskraft anrechnen lassen.

Die Sonderleistungen des Bundes auf die Bausparverträge der Wehrdienstpflichtigen werden in gleicher Höhe für Ersatzdienstpflichtige – also für anerkannte Kriegsdienstverweigerer – bezahlt. Die Bundeszahlungen sind steuerfrei und wohnungsbauprämienbegünstigt. Sie werden – wie alle übrigen Bausparbeiträge – von den Bausparkassen (mit meist drei Prozent) verzinst.

Obgleich die Wehrdienstpflichtigen auf die Bausparzahlungen des Bundes während ihrer "Soldatenzeit" einen Rechtsanspruch haben, erhalten sie diese "Sonderleistungen" nur auf Antrag. Antragsformulare sind beim zuständigen Landratsamt oder bei der Stadtverwaltung zu bekommen. Auch manche Bausparkassen halten die Formulare vorrätig. Der Antrag muß bis spätestens einen Monat nach Wehrdienstende gestellt worden sein.

Vor allem aber muß der Wehrpflichtige darauf achten, daß er rechtzeitig – also spätestens ein Jahr vor der Einberufung – seinen Bausparvertrag abschließt. izh