Zu ihrem zehnten und bisher längsten Gespräch über Berlin trafen sich am Montag die Botschafter der vier Großmächte. Das Treffen unter Vorsitz des französischen Botschafters Sauvagnargues dauerte fast sechs Stunden. In dem knappen Kommuniqué wurde nur mitgeteilt, daß sich die Botschafter schon am nächsten Montag wieder treffen wollen.

Nachdem bei der letzten Begegnung am 4. November von "gewissen Fortschritten" die Rede war, erklärten alliierte Stellen am Montag, die Botschafter seien noch immer nicht in echte Verhandlangen eingetreten. Man befinde sich nach wie vor in einem "Gedankenaustausch"; bei den erzielten Fortschritten handele es sich um die Klärung von Prozedurfragen.

Regierungssprecher Ahlers hatte am Vorabend der Gespräche erklärt, es ließe sich nicht absehen, ob es noch vor Weihnachten zu einem Abschluß komme. Man könne jedoch davon ausgehen, daß in absehbarer Zeit ein Auftrag an die beiden deutschen Regierungen ergehe, über Einzelheiten einer Transitregelung durch die DDR zu verhandeln.

Daß Moskau an einer Berlin-Regelung weiterhin interessiert sei, hatte der sowjetische Außenminister Gromyko während seines Italienbesuchs bekräftigt. Die einzige "Grenze" für Moskau sei dabei die Souveränität der DDR.