Bonn fand Hilfe aus der Praxis. Den Dschungel um die Sparförderung zu lichten, reichte die im zentralen Kreditausschuß zusammenges:hlossene Kreditwirtschaft der Bunderegierung ein "Arbeitspaier" ein, das von den zuständigen Ressorts (Arbeit und Finanzen) dankbar aufgenommen wurde.

Die Bundesregierung steht nämlich unter Zeitdruck. Im Frühjahr muß sie – unter anderem im Zusammenhang mit der Steuerreform – vorschlagen, wie die häufig auseinanderlaufenden Förderungsmaßnahmen vereinheitlicht und vereinfacht werden können.

Die Kreditwirtschaft schlägt dazu einen einzigen einheitlichen Typ "prämienbegünstigter Sparvertrag" vor, der sowohl Bausparen als auch Kontensparen und andere Anlageformen (etwa Beteiligung am Produktionsvermögen) umfassen soll.

Der Sparhöchstbetrag, für den es eine Prämie gibt, soll nach diesem Vorschlag jährlich 1000 Mark für Alleinstehende und 2000 Mark für Verheiratete betragen. Dieser Betrag soll ohne Rücksicht auf die Kinderzahl gelten.

Dagegen sollen bei einem einheitlichen Prämiensatz von 25 Prozent die Kinder mit je drei Prozent mehr berücksichtigt werden, dafür – so die Kreditwirtschaft – könnte die bisherige Zusatzprämie für kinderreiche und niedrig Verdienende entfallen. Wenn der Gesetzgeber eine Einkommensgrenze festlegen wolle, sollten 24 000 Mark für Alleinstehende und 48 000 Mark für Verheiratete gelten.

Dem DGB ist das nicht gezielt genug auf die Bezieher mittlerer und kleiner Einkommen abgestimmt: Er möchte 40 Prozent Prämie für Einkommen bis etwa 7500/15 000 Mark. Das Doppelte für Verheiratete. Außerdem sollen sich je Kind die Prämie um zwei bis drei Prozent und die Einkommensgrenzen um etwa 2000 Mark je Kind erhöhen.

Einig sieht sich die .Kreditwirtschaft mit dem DGB offenbar darin, das 624-Mark-Gesetz daneben selbständig zu belassen. An den bisherigen Festlegungsfristen (sechs Jahre Ansparen, ein Jahr Sperre) will die Kreditwirtschaft nicht rütteln. Denn daran hat sie gut verdient.

lu