Die Oktober-Ergebnisse der in unserer Tabelle verzeichneten ausländischen Fonds machen deutlich, daß es weiterhin keine wirkliche Anlagealternative zu der unbefriedigenden deutschen Börsenentwicklung gegeben hat. Und daran hat sich in den ersten drei Novemberwochen auch nichts geändert. Ob sich das Klima in Wall Street jetzt bessern wird, hängt nicht allein von dem Tempo der Zinssenkung in den USA ab. Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Gewinnentwicklung. Nach Abschluß des Streiks bei General Motors sieht man in dieser Beziehung skeptisch in die Zukunft. Sollte nämlich der Index-Lohn in den USA Schule machen, so wären die Folgen nicht abzusehen. In den Veränderungen der amerikanischen Fonds findet der Streik bei General Motors, der länger dauerte, als man angenommen hatte, seinen negativen Niederschlag.

Es stimmt doch einigermaßen nachdenklich, wenn die Anteilseigner des International Technology Fund (Niederländische Antillen), der stark in den US-Aktien engagiert ist, mehr als 40 Prozent ihres Vermögens (angelegt in diesem Fonds) eingebüßt haben. Es spricht aber auch gleichzeitig für die unbefriedigende internationale Börsensituation, daß kein in unserer Tabelle verzeichneter Fonds in den ersten 10 Monaten 1970 ein Plus erzielen konnte.

Am besten – mit einem Minus von 0,2 Prozent – schnitt in den ersten 10 Monaten dieses Jahres der Luxemburg-Fonds Patrimonial ab, der in den letzten Jahren nicht gerade überwältigende Ergebnisse vorzuweisen hatte. Von einem internationalen Rentenfonds ist das wohl auch kaum zu erwarten.

Wenn man dies berücksichtigt, so sind die Erfolge des holländischen Fonds Utilico und des schweizerischen Nurit mit je einem Minus von 1,6 Prozent zweifellos höher zu bewerten. Utilico gehört zur Robeco-Familie und investiert in internationalen Versorgungsaktien. In Krisenzeiten bewiesen diese von jeher eine besondere Widerstandskraft. Nurit kauft Aktien der europäischen und nordamerikanischen Nahrungs- und Genußmittel-Industrie. Daß sich dieser Fonds so relativ gut gehalten hat, spricht für die Tüchtigkeit der Fonds-Verwaltung, denn in der Nahrungsmittelindustrie war in diesem Jahr nicht überall Geld zu verdienen.

Die europäischen Börsen hatten im Oktober insgesamt einen leichten Trend nach oben, von dem einige Fonds etwas profitiert haben. Recht gut – mit einem Plus von 2,9 Prozent – schnitt Francit ab, ein Schweizer Fonds, der sein Vermögen in französischen Aktien anlegt. Die französische Börse gilt immer noch als "gewinnträchtig". Die Regierung in Paris drückt auf den Zins, um die Konjunktur zu beleben. Mit Spannung warten die Börsianer auf die weitere Entwicklung. Hier könnten die Kurse bis zum Jahresende noch steigen. K. W.