Der Jumbo-Jet ist besser als sein Ruf

Von Rolf Diekhof

Am 17. August startete ein Jumbo-Jet der Air France zum Linienflug Montreal–Paris. Wenige Sekunden nach dem Start gab es im Cockpit Alarm: eine Explosion im Triebwerk Nummer drei. Das Triebwerk wurde abgestellt, die automatische Löschanlage trat in Aktion. Der Jumbo flog mit drei Triebwerken weiter und landete sicher in New York. Die Explosion hatte einen Teil der Turbinenummantelung weggesprengt, das Feuer hatte die Triebwerkhalterung erreicht, und der rechte Flügel des Jumbos war beschädigt.

Am 18. September startete ein Jumbo-Jet der American Airlines zum Linienflug San Francisco–New York. Nach 13 Sekunden gab es Alarm im Cockpit: eine Explosion im Triebwerk Nummer eins. Der Pilot brach den Flug ab und landete sicher.

Peinliche Diskussion

Wenige Tage nach der zweiten Explosion wurde in Amerika zum erstenmal die Frage öffentlich diskutiert: Ist Boeings 747 überhaupt sicher? Und sofort wurde auch die Forderung laut: Stoppt den Jumbo!

Versicherungstechnisch aber hatte sich der Jumbo-Jet zu diesem Zeitpunkt schon als sicherer erwiesen als erwartet. Wenn man eine Sache versichert, muß man eine Kalkulationsgrundlage haben, und beim Jumbo war einkalkuliert, daß im ersten Halbjahr des Einsatzes einer runterfällt. Der Jumbo fliegt schon seit etwas mehr als zehn Monaten im Liniendienst, und es gab keinen Totalverlust – sieht man von dem in Kairo gesprengten Pan-Am-Clipper ab.