Sollten Sie sehen:

"Im Visier des Falken", von Joseph Losey. Im Original, zutreffender: "Gestalten in einer Landschaft." Die Gestalten: zwei Männer auf der Flucht. Die Landschaft: eine karstartige Berggegend irgendwo im Süden. Sie ist der eigentliche "Held" des Films, niemals nur Kulisse, sondern das Schicksal der beiden Männer, manchmal ihr Parteigänger, dann plötzlich mit ihren Verfolgern im Bunde. Ein fast reiner Actionfilm, beinahe ohne Aura und Überschuß an Sinn, in dem jedes Detail "funktioniert" – würde nicht die Abstraktion von jedem präzisen Realitätsbezug existenzialistische Sinngebung nahelegen. Man bringt sich selbst um den Genuß, gibt man der Versuchung nach, den Film als Parabel zu "lesen" – Joseph Losey war immer mehr Konstrukteur als Autor, und "Im Visier des Falken" ist seine schönste Konstruktion seit "The Criminal".

Im Fernsehen: "Das Biest muß sterben" (1969), von Claude Chabrol. Ein Kind wird überfahren. Der Vater macht sich auf, seinen Tod zu rächen. Er findet die Spur des Automobilisten, arbeitet sich langsam an ihn heran, plant seine Ermordung als perfektes Verbrechen. Obwohl er die Tat dann doch nicht begeht und sein Opfer von der Hand eines anderen stirbt, wird der Vater angeklagt und nimmt die Schuld auf sich, um den wirklichen Täter zu decken. In ihrem moralischen Rigorismus erinnern die Thriller von Chabrol nicht nur an Hitchcock, sondern auch an Hogarth, und den "Struwwelpeter". Auch dieser hier ist zugleich Kriminalroman, Burleske, Satire und Tragödie. Kaum ein anderer Regisseur spielt so distanziert und souverän mit den Formen und Gegenständen europäischer Kunst- und Literaturgeschichte, betreibt so genüßlich den Ausverkauf der bürgerlichen Kultur. ARD am 1. Dezember.

"Heil dem siegreichen Helden" (1944), von Preston Sturges, West III am 28. November. "Sie nannten ihn Thunderbolt" (1929), von Josef von Sternberg, Bayern III am 28. November (Original mit Untertiteln). "Stunde der Hochöfen" Teil II und III (1968), von Fernando E. Solanas, Südwest III am 28. November. "Diaries, Notes and Sketches" (1963–69), von Jonas Mekas, Nord III am 28. November (Original mit Untertiteln). "Und niemand in Hollywood, der versteht, daß schon zu viele Gehirne umgedreht wurden" (1970), von Hellmuth Costard, Bayern III am 29. November. "Neun Tage eines Jahres" (1962), von Michail Romm, ZDF am 30. November.

Wenn Sie nichts Besseres vorhaben:

"Götter der Pest", von Rainer Werner Fassbinder. "Der aus dem Regen kam", von René Clément. "Die Glut der Gewalt", von William Wyler.

Lohnt sich nicht: