Im Flugzeug zwischen Düsseldorf und Hamburg erklang ein lautstarkes: "Sie auch hier?" Zwei mittelalte, mittelschwere Herren begrüßten einander und nahmen nebeneinander Platz.

Die Fragen gingen nach Frau und Kindern, und da war alles beiderseits in Ordnung. Überhaupt war alles in Ordnung. Bis auf einige Kleinigkeiten. Beispielsweise: "Da hat man ja vor einigen Jahren am Rande Hamburgs dies Haus gebaut, na, sagen wir: ein Häuschen, und wer hätte geahnt, daß man nach Düsseldorf versetzt wird!"

"Ein dolles Ding! Da wohnt die Familie in Hamburg, und Sie arbeiten in Düsseldorf. Sagen Sie mal: Wie ist das praktisch durchführbar?"

"Die Woche in Düsseldorf, das Wochenende in Hamburg. Im Sommerhalbjahr Auto, im Winterhalbjahr Flugzeug. Jetzt ist schon Winterhalbjahr."

Und es erhob sich die Frage, ob die wöchentlichen Reisen nach Hamburg "absetzbar" seien.

"Leider nein! Da hat man das Haus gebaut in der Hoffnung, in Hamburg zu bleiben und dort fortzukommen. Und dann hat sich ergeben, daß in Düsseldorf das wirkliche Fortkommen ist. Was nun? Haus verkaufen, in das man soviel Geld und Arbeit hineingesteckt hat? Nee! Den ganzen Garten selber gepflegt, Rasen geschoren und so weiter. Und jetzt verkaufen? Andererseits: Den Posten in Düsseldorf aufgeben? Verstehen Sie: Es ist dieselbe Firma, und ‚Sehen Sie‘, sagte der Chef, ‚ich mache Ihnen dieses Angebot, gebe Ihnen die Chance, Sie bauen das alles in Düsseldorf für uns auf; Sie haben mein Vertrauen, ja, ich darf schon sagen: das Vertrauen der ganzen Firma!‘ Was hätten Sie gemacht an meiner Stelle?"

"Ja", erwiderte der andere, "wie man’s macht, macht man’s falsch!"