Die neue Straßenverkehrsordnung spricht nicht mehr von Abblendlicht, sondern von Fahrlicht (§ 17). Damit wird die mittlere Einschaltstufe der Scheinwerfer zur Standardbeleuchtung erhoben. Fahrlicht muß immer dann eingeschaltet werden, wenn es die Sichtverhältnisse erfordern. Das heißt nicht nur während der Dämmerung und bei Dunkelheit, sondern auch bei Behinderung durch Nebel, Schneefall oder Regen. Wichtigste Neuerung: Mit Standlicht allein darf nicht mehr gefahren werden. Das gilt auch dann, wenn die Fahrbahn durchgehend beleuchtet ist. Einzige Ausnahme: Bei schlechter Sicht darf Standlicht (an Stelle des Fahrlichtes) zusammen mit Nebelscheinwerfern eingeschaltet werden.

Mit dieser Entscheidung wird endlich Klarheit geschaffen in der strittigen Frage: Standlicht oder Abblendlicht? Manche Autofahrer hatten sich bisher durch die zum Teil abweichende Beleuchtungspraxis in anderen Ländern beeinflussen lassen und fuhren in der sogenannten "blauen Stunde" oder auf beleuchteten Straßen mit Standlicht.

Mit Fernlicht darf jetzt auf Straßen mit durchgehender, ausreichender Beleuchtung nicht mehr gefahren werden. Sonst gilt bei Einschaltung des Fernlichts wie bisher: Wenn ein Fahrzeug entgegenkommt, muß abgeblendet, also auf Fahrlicht umgeschaltet werden. Vorgeschrieben ist Abblenden jetzt auch, sobald man nur geringen Abstand zum Vordermann hat – ein Verhalten, das unter höflichen Autofahrern längst üblich ist.

Als Lichthupe – das ist ebenfalls neu – darf das Fernlicht nur noch außerhalb geschlossener Ortschaften aufgeblendet werden, und zwar entweder beim Überholen oder zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer.

Zwingend vorgeschrieben ist das Standlicht (§ 17) zur Absicherung haltender Fahrzeuge außerhalb geschlossener Ortschaften. In der Stadt genügen Parkleuchten auf der Fahrbahnseite des Wagens oder einseitig zu schaltendes Standlicht. Auf eigene Beleuchtung darf man nur verzichten, wenn das haltende Fahrzeug durch die Straßenbeleuchtung auf ausreichende Entfernung deutlich sichtbar ist.

Für die Benutzung der Nebelschlußleuchte gibt die neue StVO nun ebenfalls klare Richtlinien. Die Nebelschlußleuchte darf nur noch außerhalb geschlossener Ortschaften eingeschaltet werden und nur dann, wenn die Sicht durch Nebel weniger als 50 Meter beträgt. Alle Autofahrer, deren Wagen bereits mit einer Nebelschlußleuchte ausgerüstet sind, die mit den Nebelscheinwerfern zusammengeschaltet ist, müssen wohl oder übel zur Werkstatt fahren.

Dem Einsatz der Blinker kommt in der neuen StVO besondere Bedeutung zu. Absolut neu: Wer am Fahrbahnrand hält, und sich wieder in den fließenden Verkehr einordnen will, muß diese Absicht durch Blinken rechtzeitig und deutlich ankündigen (§ 10). Nicht nur beim Abbiegen (wie bisher), sondern auch beim Überholen und beim Wechseln des Fahrstreifens (es heißt nicht mehr Fahrspur) muß der Fahrtrichtungsblinker in Zukunft betätigt werden (§ 5 und § 7). Das gilt sowohl außerhalb als auch innerhalb geschlossener Ortschaften. Wichtig fürs Überholen: Geblinkt wird nur so lange, bis man sich deutlich erkennbar auf dem Überholstreifen befindet – nicht während des ganzen Überholvorganges.