Daß er die Billigung so leicht und so reichlich erhielt, ist sicher nur darauf zurückzuführen, daß viele grundsätzlich nie etwas gegen eine Klärung von Voraussetzungen haben, solange damit noch nichts verbindlich entschieden ist. Dennoch, es ist eine Vorentscheidung von nicht zu unterschätzender Auswirkung: Die deutschen Schriftsteller, soweit sie im VS organisiert sind, und das sind nunmehr etwa dreitausend, diese notorischen Eigenbrötler haben sich als Abhängige begriffen

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und befinden sich tatsächlich auf dem Weg in die Gewerkschaft.

Das andere konkrete Projekt, das der VS seit seiner Gründung im Sommer 1969 verfolgt, als Heinrich Böll das "Ende der Bescheidenheit" verkündete, ist die Novellierung des Urheberrechts, zu der inzwischen alle im Bundestag vertretenen Parteien bereit sind; im Februar nächsten Jahres soll in Bonn ein großes Hearing veranstaltet werden, das die Einzelheiten erarbeitete

Die Novelle soll hauptsächlich dreierlei bringen:

Erstens die sogenannte Urhebernachfolgegebühr, einfacher als "Klassikerpfennig" tituliert; beim Neudruck gemeinfreier Werke, solcher Werke also, deren Autoren länger als siebzig Jahre tot sind, wäre von den Verlagen ein minimaler Betrag in einen Sozialfonds der Schriftsteller zu Zahlen.

Zweitens die Neufassung des Schulbuchparagraphen, der heute den honorarfreien Nachdruck urheberrechtlich geschützter Texte in Schulbüchern erlaubt. Ihre Verleger, Herausgeber, Drucker dürfen selbstverständlich an ihnen verdienen; nur die Autoren werden zwangsenteignet. Das soll endlich aufhören.