Die Zusammenarbeit deutscher und französischer Unternehmen stößt trotz vieler Kommissionen noch auf Hindernisse

Von Klaus-Peter Schmid

Die Verlobung der beiden europäischen Finanzriesen Commerzbank und Crèdit Lyonnais hat überall Schlagzeilen gemacht. Aber noch ist es keineswegs sicher, daß die Verlobung auch zur Heirat führt. Skeptiker sprechen von einer "liaison dangereuse" – einer gefährlichen Liebschaft. Das erklärte Ziel der Verbindung: Stärkung der deutsch-französischen Kooperation und Beitrag zum Aufbau. Europas. Freilich: Solche Schwüre werden oft geleistet, sie gehen leicht von den Lippen,

Die Taten lassen oft auf sich warten. Die echte-Kooperation zwischen deutschen und französischen Unternehmen hat in der Tat längst nicht die Intensität erreicht, die für zwei Handelspartner wünschenswert wäre, in deren Zahlungsbilanz der gegenseitige Warenaustausch eine Spitzenstellung einnimmt.

Die Kooperationsbilanz ist ernüchternd. So wurden von 1961 bis 1966 lediglich 116 Fälle von Wirtschaftskooperation in Deutschland und 118 in Frankreich registriert, wobei die Zusammenarbeit meist auf den Vertrieb beschränkt blieb und nur selten bis zur Produktion reichte. In den letzten drei Jahren hat die Kooperation zweifellos Fortschritte gemacht, doch immer noch sind die Ergebnisse bescheiden. Von einem Durchbruch kann jedenfalls nicht die Rede sein, vielmehr dominieren nach, wie vor die einseitigen Bindungen.

Kauf ist keine Kooperation

Die Zahl der ständigen deutschen Niederlassungen in Frankreich wird auf etwa 1000 geschätzt, das Kontingent französischer Vertretungen in der Bundesrepublik dürfte etwa halb so stark sein. Auch der Aufkauf kleiner und mittlerer Betriebe ist keine Seltenheit, aber das ist keine Kooperation.