Das internationale Zinsgefüge ist wieder einmal in Bewegung gekommen. Nach der Senkung des Diskontsatzes in den Vereinigten Staaten von 6 auf 5 3/4 Prozent und in Kanada von 6,5 auf 6 Prozent reagierte zunächst die Deutsche Bundesbank. Den Diskont ermäßigte sie um 0,5 auf 6,5 Prozent und den Lombardzins um ein auf acht Prozent. Das war mehr als erwartet. Ursprünglich rechnete man in Frankfurt lediglich mit einer Lombardsatzsenkung bei gleichbleibendem Diskont. Dennoch gab es neue Aufwertungsgerüchte. Grund: Da die Bundesbank am Bußtag nicht eingreifen konnte, überschritt der D-Mark-Kurs in London die obere Grenze. Der Devisenstrom in die Bundesrepublik beschleunigte sich indes. Die nächsten Zinssenkungs-Aspiranten: Frankreich und Italien.