Hervorragend:

Im Fernsehen: "Der Schlachter", von Claude Chabrol. In einem kleinen französischen Dorf freunden sich die Lehrerin und der Schlachter an. Dank vergangener und gegenwärtiger Hinter- und Untergründe, unfaßbarer und übermächtiger Verbrechens- und Verdachtsmomente entwickelt sich die banale Liebesgeschichte zu einer schrecklichen Kriminalgeschichte. Umgeben von ländlicher Idylle und bürgerlicher Konvention verdichtet sich ein auswegloses Verhältnis, das kein gutes Ende nehmen kann. Die radikale Gefühlsanalyse, von Chabrol in "Die ungetreue Frau" und "Das Biest muß sterben" mit neuem Elan wieder aufgenommen, verschärft sich im "Schlachter" zu einer exemplarischen Kritik des bürgerlichen Milieus und seiner fatalen Antagonismen. Das individuelle Glück erliegt den Schwächen und Zwängen einer Moralkonvention, die in allem zu Destruktion und Todeskultur tendiert. Die Ausweglosigkeit, in die Chabrol nun stets seine Figuren in präzisen, kühlen, dramatisch konkreten Beschaulichkeits- und Verstörungsbildern manövriert, ist freilich keine private Tragik, sondern das Ergebnis einer kalkulierten Radikalisierung, wie sie im Alltag Realität ist (ARD am 5. Januar).

Sehenswert:

"Myra Breckinridge", von Michael Sarne. Eine vom Roman zwar ziemlich abweichende, doch kongeniale und raffinierte, intelligente und delikate Verfilmung von Gore Vidals Roman.

"Hügel der blutigen Stiefel", von Giuseppe Colizzi. Das ist ein Italo-Western, der sich vom Klischee des Genres weit entfernt, weil darin revolutionäres Denken und Handeln in ein anschauliches und mitvollziehbares Verhältnis gebracht, eine Abenteuergeschichte als geschichtliches Abenteuer praktischer Phantasie vorgeführt wird.

"Chisum", von Andrew McLaglen. "Charlie Brown und seine Freunde", von Bill Melendez. "Der aus dem Regen kam", von René Clement.

Im Fernsehen: "Unfall im Weltraum", von Robert Parrish. Einfalls- und trickreicher Science-Fiction-Film eines souveränen Abenteuer- und Action-Cineasten (ARD am 7. Januar). "Zazie" und "Privatleben" von Louis Malle (ARD am 1. Januar und ARD am 2. Januar).