Vorerst wird nur in Andeutungen davon gesprochen, daß die Amerikaner sich ernsthaft fragen, ob der deutsch-amerikanische Erfahrungsaustausch im Bereich von Forschung und Wissenschaft künftig noch so offen praktiziert werden kann wie bisher. Das Unbehagen an den Plänen von Wissenschaftsminister Leussink für eine künftige Zusammenarbeit mit den Sowjets wird aber nicht nur in Washington geschürt. Doch im Ministerium meint man, diese Haltung werde nur von konservativen Kräften geteilt, denen die ganze Richtung nicht paßt.

Sicher wird dafür gesorgt werden, daß US-Geheimnisse nun nicht via Bonn nach Moskau geliefert werden. Der Wissenschaftsminister wäre auch gewiß nicht schlecht beraten, wenn er seine längst geplante Reise nach Amerika bald antreten würde, um etwa bestehende Bedenken auszuräumen. Der Erfahrungsaustausch mit den USA ist weit bedeutsamer, als er es mit den Russen je werden kann.

Niemand wird im Ernst glauben, daß die schon fast sprichwörtliche Geheimniskrämerei der Russen ausgerechnet gegenüber Bonn einer Politik der "offenen Tür" weichen wird. Eine gewisse Skepsis gegenüber dem Ostaustausch ließe spätere Fehlschläge leichter ertragen. hff