Hervorragend:

Im Fernsehen: "Barravento" (1962), von Glauber Rocha. Mit einer widersprüchlichen Verbindung von Naturalismus, Surrealismus und Lyrismus dokumentiert Rocha in seinem ersten Film die soziale Misere schwarzer Fischer im Nordosten Brasiliens. Am Beispiel eines zerrissenen Fischerdorfes entwirft er das Modell einer im Zustand wilder Kultur und Ausbeutung befindlichen Gesellschaft in einer Region des Hungers und der Unterdrückung, des Mystizismus und des Fatalismus (West III am 9. Januar).

"Liebe / Amore" (1948), von Roberto Rossellini (West III am 10. Januar).

Sehenswert:

"Myra Breckinridge", von Michael Sarne. Sex, Libertinage, Perversion, hygienisch, komisch und sophisticated: eine verspielte und verirrte Enzyklopädie erotischer und idiotischer Obsessionen und Visionen des amerikanischen Weiblichkeitswahns und seiner Männer.

"Chisum", von Andrew V. McLaglen. Ein umfangreicher Western, ein 106 Minuten langer Katalog bunter und kurzweiliger Bilder von typischen Westerneinstellungen, -szenen, -motiven, -lokalitäten, -klischees, -aktionen und-typen. Eklektischer und routinierter dürfte das kaum noch zu machen sein; die dabei entstehende Sehnsucht nach den Vorbildern vermag der Film freilich nie zu befriedigen.

"Charlie Brown und seine Freunde", von Bill Melendez. Die das Bewußtsein elektrisierenden Volten der Zeichnungen hat die Verfilmung allzu oft zu bloßen amüsierenden Kalauern abgeschwächt.