Neu In Museen und Galerien:

Bremen Bis zum 7. Februar, Kunsthalle: "Franz Radziwill"

Den bedeutendsten Bremer Künstler neben Paula Modersohn nennt ihn Günter Busch in seinem Hommage zum 75. Geburtstag. Kein Widerspruch, bis auf die geographische Nuance, daß Radziwill nicht in Bremen, sondern seit 1921 in Dangast am Jadebusen lebt. Radziwill ist kein Großstädter, kein Stadtmensch, er hat sich für Dangast entschieden, weil er hier, erzählt er, seinen künstlerischen Durchbruch erlebte, die Erfahrung einer zweiten Wirklichkeit, das zweite Gesicht. Man kann auch in Dangast halluzinieren, seine Visionen auf die Leinwand bringen. Ein Dali aus Dangast, dessen kosmische Visionen mit liebenswürdigen Provinzialismen angereichert werden. Radziwill hat die Qualitäten eines Sonderlings und Spökenkiekers durch altmeisterliche Technik kultiviert und mühelos über Jahrzehnte durchgehalten. Die neuen Bilder "Zauber der Früchte" und "Mann mit rotem Schlips" Von 1970 oder "Die Gedanken des Netzflickers" von 1969 sind nicht anders und erstaunlicherweise auch nicht schwächer als die Bilder aus den zwanziger Jahren, die ihm den Ruf eines "magischen Realisten" eingebracht haben.

Hannover Bis zum 19. Januar, Galerie Brusberg (bei Knoll International): "Max Ernst, Bilder aus dem Hause Eluard"

"Wo vor Jahren ein haus stand Da steht jetzt ein berg / Wo vor Jahren ein berg stand Da steht jetzt ein berg". Die Geschichte der Eluard-Bilder klingt, als ob Max Ernst sie erfunden hätte: Ein Maler kommt nach Paris und besucht seinen Freund, den Dichter, der ihn aufnimmt; nach Monaten, bevor er das Haus verläßt, malt er ihm zum Dank Bilder an die Wände, im Kinderzimmer für die fünfjährige Tochter und im Schlafzimmer für den Dichter und seine Frau. Die Freunde trennen sich, das Haus wechselt den Besitzer, die Bilder werden übertapeziert. 40 Jahre später, Paul Eluard ist lange gestorben, erinnert sich die Tochter, kauft das Haus zurück, die Tapete wird abgetragen, die Bilder kommen zum Vorschein. Sie werden von der Wand abgelöst und auf Leinwand übertragen. Max Ernst ist glücklich, daß die verschollenen, aus seinem Gedächtnis verdrängten oder verloren geglaubten Bilder wieder vorhanden sind. Er restauriert sie eigenhändig und signiert sie, um jeden Zweifel an der Authentizität auszuschließen. Die Bilder von 1923 haben 1968 in Paris bei François Petit Premiere, sie werden zusammen mit Gedichten von Paul Eluard publiziert. Die Bilder aus dem Haus Eluard sind beiläufig entstanden und ein Höhepunkt im Gesamtwerk, ein wunderbares, weitläufiges, undoktrinäres Panorama des Surrealismus von 1923, dem Jahr der "Schönen Gärtnerin" und der "Revolution bei Nacht". Neun von den ursprünglich 15 Bildern hängen bei Brusberg, die "Naturgeschichte", das teuerste und größte, kostet eine Million.

Die wichtigsten deutschen Ausstellungen:

Berlin Bis zum 23. Januar, Galerie Pels-Leusden: "Die Landschaft in der Kunst der letzten hundert Jahre"