Zwei vietnamesische Bauern ziehen, starr vor Staunen, durch einen toten Wald. Sagt der eine: "Gott läßt die Bäume wachsen, die Bäume erzeugen den Sauerstoff, und die Vereinigten Staaten produzieren die Entlaubungsmittel." Diese bitterböse Karikatur in der International Herald Tribune bringt die vom Pentagon verursachte Verwüstung der vietnamesischen Landschaft auf eine Kurzformel.

Was nach dem Stockholmer Tribunal Lord Bertrand Russells noch als unbewiesene Feindbehauptung abgetan werden konnte, ist nun durch eine Kommission unabhängiger amerikanischer Wissenschaftler als unumstößliche Tatsache bestätigt worden. Der amerikanische C-Waffen-Krieg in Südvietnam hat unabsehbare ökologische Schäden angerichtet, die zum Teil erst nach Jahrzehnten behoben sein werden. Ein Drittel des Dschungels wurde entlaubt. Erntevorräte, von denen eine halbe Million Menschen länger als ein Jahr hätte leben können, wurden vernichtet. In einigen Landesteilen ist die Zahl der Mißgeburten und der Fehlgeburten enorm angestiegen.

Der militärische Nutzen der chemischen Kriegführung war gleich Null; betroffen wurde nur die Zivilbevölkerung. Nunmehr hat Präsident Nixon angeordnet, im Frühjahr den Einsatz der Pflanzenvernichtungsmittel zu beenden – verspätete Einsicht, daß es Widersinn ist, zu zerstören, was man doch eigentlich retten wollte.

K. H. J.