Das Glück von Summerhill (2)

Von Rudolf Walter Leonhardt

"Das Glück von Summerhill" (1) erschien als magazin-Bildbericht in der vorigen Nummer

Summerhill, wie ich es erlebt habe, entspricht nicht ganz den Vorstellungen, die man aus Neills Büchern davon gewinnen könnte. Es ist alles ein wenig weniger ideal – wie das die Wirklichkeit so an sich hat – und dadurch glaubhafter.

Björne Segefjord, ein dänischer Erzieher, der sechs Monate lang Zeit hatte, Leben und Lieben und Lernen in Leiston zu studieren, und dem es an sympathischem Einverständnis gewiß nicht fehlte, schrieb über seine Erfahrungen ein eher enthusiastisches Buch, das vor ein paar Wochen in England erschienen ist: "Summerhill Diary".

Auch er empfand die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. "Die Schule ist in einer Talsohle", erklärte ihm Neills Stiefsohn Wood, der selber einst Schüler und jetzt Aushilfslehrer in Summerhill war. Er benutzte im Englischen das Wort "trough", das mir mit der Vokabel des Bundeswirtschaftsministers richtig und aktuell wiedergegeben scheint.

Und die Talsohle erklärte er so: Es seien zu viele neue Schüler in der Schule. Das war im Jahre 1966.