Nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit ist in dieser Woche in Würzburg die erste gemeinsame Synode der römischkatholischen Bistümer in der Bundesrepublik zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Aufgabe der Synode soll es sein, so Synodalpräsident Kardinal Döpfner, "die Verwirklichung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils zu fördern und zur Gestaltung des christlichen Lebens gemäß dem Glauben der Kirche beizutragen".

Zugleich aber warnte der Kardinal, die Synode in einen "thematischen Totalitarismus der Allzuständigkeit" ausarten zu lassen und durch Fraktionsbildungen zu belasten. Damit wandte sich der Erzbischof von München und Freising gleich zu Beginn der auf mindestens zweieinhalb Jahre angesetzten Kirchenversammlung gegen progressive Katholiken, die sich in einer "Arbeitsgemeinschaft Synode" zu einer außersynodalen Opposition zusammengeschlossen haben und die Synode kritisch begleiten wollen.

Die Arbeitsgemeinschaft strebt sogar eine Fraktionsbildung innerhalb des deutschen Katholizismus bewußt an, um innerhalb der Kirche demokratische Strukturen und Entscheidungsprozesse zu entwickeln.

Neben innerkirchlichen Problemen wie Glaubenssituation und Verkündigung werden in zehn Arbeitsgruppen vor allem gesellschaftspolitische Themen behandelt. Bei den Fragen nach Ehe und Familie, sowie der gesellschaftlichen Aufgabe der Kirche werden die stärksten Gegensätze erwartet.

Zu einem ersten Streitgespräch zwischen Konservativen und Progressiven kam es darüber, ob die Unauflöslichkeit der Ehe zum Diskussionsthema erhoben werden soll. Das Thema wurde nach heftigem Disput schließlich an die Sachkommission überwiesen.