Wenn Großbranannien einmal Vollmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wird, bringt es einen Papierriesen mit ein. Die zwei größten britischen Papier-Produzenten, die Reed International Ltd. und die Bowater Paper Corporation, wollen ihre Konzerngesellschaften zusammenlegen. Begründung der beiden Unternehmen: Nur gemeinsam könne die starke Konkurrenz aus Nordamerika und Skandinavien abgewehrt werden. Überdies will man für den EWG-Beitritt gerüstet sein.

Reed und Bowater (Umsätze 1969 rund 2,5 beziehungsweise 2,8 Milliarden Mark) werden – sofern die britische Monopolkommission einer Teilfusion der Giganten zustimmt – europäische Größe bekommen. Die skandinavischen Papierriesen setzten im Jahr rund zwei Milliarden Mark und mehr um

Europäische Dimension nahmen im letzten Jahr auch zwei deutsche Papier-Produzenten an: Die Aschaffenburger Zellstoffwerke und die Zellstofffabrik Waldhof fusionierten zur Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg AG (PWA). Mit einem-für 1970 erwarteten Umsatz vonrund einer Milliarde Mark setzte sich die PWA unmittelbar hinter den deutschen Branchenführer, die Feldmühle AG (Jahresumsatz 1,1 Milliarden), die zum Flick-Konzern gehört. Zusammen mit dem schwedischen Großaktionär Svenska Cellulosa AB Sundsvall erreicht PWA einen Jahresumsatz von über zwei Milliarden.

Dennoch: Weltdimensionen sind in der europäischen Papierindustrie noch weit. Die beiden US-Giganten International Paper und Scott Paper setzen im Jahr fünf beziehungsweise drei Milliarden Mark um.

Im Vergleich mit dem Papierverbrauch in den USA liegen die europäischen Länder noch weit zurück. So lag der Pro-Kopf-Verbrauch der USA 1969 bei 262 Kilogramm. Dagegen wurden in Schweden nur 191 Kilo, in der Schweiz 144 Kilo, in Großbritannien 129 Kilo und in der Bundesrepublik 123 Kilo je Kopf verbraucht. Folgt Europa dem amerikanischen Beispiel, so wird der Markt, noch viel Papier und Pappe aufnehmen können. gf