Hervorragend:

Im Fernsehen: „Die erste Schlacht mit der Machete“ (1969), von Manuel Octavio Gómez (ZDF am 19. Januar). „Liebelei“ (1932), von Max Ophüls (ARD am 21. Januar). „Herr Satan persönlich“ (1955), von Orson Welles (Bayern III am 15. Januar). „Nana“ (1926), von Jean Renoir (Bayern III am 17. Januar).

Sehenswert:

„Myra Breckinridge“, von Michael Sarne. Hollywood hat sich da etwas vorgenommen, womit es heute unmöglich zu Rande kommen kann. Aber gerade dieses Scheitern am Sex und am Witz ist angenehm und reizvoll. Es befreit die zwanghafte Geschichte von jeder Spannung und Bedeutung, verleiht den Personen und ihren Obsessionen eine ganz und gar beiläufige und vordergründige Präsenz in einem entfesselten Kino-Comic-Strip zwischen Karneval, Revue und Melodram. Am interessantesten wird dann die Neurose des Mediums selbst, die sich in diesem Film manifestiert. Das macht ihn mit seinen sinnlos brillanten Bildern, nutzlos raffinierten Montagen und hilflos frivolen Dialogen zum wahren, weil braven und kindlichen Undergroundfilm jenes spezifisch amerikanischen Establishments modischer und puritanischer Pornographen.

„Chisum“, von Andrew McLaglen. „Charlie Brown und seine Freunde“, von Bill Melendez. Im Fernsehen: „Asphalt-Dschungel“ (1950), von John Huston (ARD am 16. Januar). „Liebe ist kälter als der Tod“ (1969), von Rainer Werner Fassbinder (ARD am 18. Januar). „Anders als die anderen“ (1956), von Vincence Minelli (ZDF am 18. Januar).

Fragwürdig:

„Der Indianer“, von Carol Reed. Der Film, der von einer Rebellion in einem amerikanischen Indianerreservat der Gegenwart handelt und ein Engagement für diese Indianer enthält, geht in allem an der konkreten Situation und am aktuellen Kampf der Indianer in den Vereinigten Staaten vorbei. Seine komödiantische und sentimentale Dramaturgie vereinnahmt die Indianerfrage nur mit anderen Kräfte- und Sympathieverhältnissen in die alten verschleiernden, ablenkenden und leerlaufenden Kinomuster. Gesellschaft erscheint als Milieu, Politik als Klamauk oder Tragödie, Rebellion als Gefühl und Theater.