Lockheeds Manager wollen jetzt aufs Ganze gehen: Den Vergleichsvorschlag des US-Verteidigungsministeriums, nach dem das Unternehmen 200 Millionen Dollar Verlust aus dem C-5A-Kontrakt selbst tragen müßte, lehnten sie ab.

1965 wollte Lockheed für 2,3 Milliarden Dollar 115 von den größten. Flugzeugen der Welt bauen. Das Unternehmen war sich seiner Sache damals so sicher, daß es sogar einen Festpreiskontrakt vereinbarte. Drei Jahre später fand Lockheed seine Preisschätzungen „zu optimistisch“.

Im November 1968 kosteten die 115 Maschinen, bereits 3,5 Milliarden. Ein Jahr später stornierte das Verteidigungsministerium 34 bestellte Maschinen und verkürzte den Gesamtauftrag auf 81 Superfrachter.

Doch an den Kosten änderte sich dadurch nichts. Im Januar 1970 sollten nunmehr 81 C-5A-Frachter 3,7 Milliarden Dollar kosten – mit 500 Millionen Dollar Verlust bei Lockheed.

Als im März 1970 Lockheed in Finanznot geriet, war die Frage, wer an den Kostensteigerungen schuld war: Lockheed meinte, Sonderwünsche des Bestellers, Verteidigungsministerium und der Kongreß beschuldigten die Flugzeugfirma einer zu großzügigen Kalkulation.

Jetzt soll das Gericht klären, wer für die astronomischen Verluste verantwortlich ist. Verfahrensdauer, mindestens drei Jahre. Das Risiko für Lockheed ist groß. Falls das Gericht der Flugzeugfirma recht gibt, kann sie im besten Fall mit 25 Millionen Dollar Gewinn, rechnen. Gibt das Gericht aber den Vertretern des Verteidigungsministeriums recht, so droht den Flugzeugbauern ein Verlust in Höhe von rund 480 Millionen Dollar.

Eingeweihte glauben, daß Lockheed mit der Ablehnung des Vergleichs ein neues – höheres – Angebot des Verteidigungsministeriums provozieren will. Bereits 1969 hatte Lockheed 100 Millionen Dollar Verlust auf das C-5A-Projekt abgeschrieben.