Von Gert Kreyssig

Die Alpen, Europas großer Schneespielplatz, sind wieder geöffnet. Es schnauben die Pistenraupen, durch die Drehgatter der Bergbahnhöfe drängen die Skifans, die Curler wischen wieder das Eis, die Hirsche kommen pünktlich zum Rendezvous mit den Pferdeschlittenfahrern, und abends ist Fondue-Party, Skilehrerball und Beat in der Tenne.

Tausend Orte zwischen Semmering und Sestriere locken die Urlauber in den Schnee. Aber nicht überall ist der Schnee so weiß, wie man sich ihn vorgestellt hatte, sind die Pisten so steil (oder so flach), die Skibobmöglichkeiten so gut, die Apres-Ski-Abende so heiß, wie man sich das wünschte. Ein paar – durchaus subjektive – Tips sollen helfen, die Wahl zu erleichtern.

Für Eltern und Kinder

Kinderfreundlich nennen sich inzwischen viele Wintersportorte, einige jedoch haben langjährige Erfahrung im Umgang mit den jüngsten Brettlgästen. In Pfronten im Allgäu können Eltern ihre Skikinder ab vier Jahren den ganzen Tag über dem Kindergarten anvertrauen. Dort machen die Kleinen ihren eigenen Skikurs (40 Mark für fünf Tage) und werden bei ungünstigem Wetter mit Rodeln oder Kasperltheater in guter Stimmung gehalten. Die vom Kinde befreiten Eltern widmen sich indes ihren eigenen Skikünsten, sei es schußfahrend auf dem Breitenberg (Gondelbahn plus drei Lifte) oder schwitzend auf langen Skiwanderwegen, die der gemütliche Ort zusammen mit dem ADAC angelegt hat. In Mayrhofen im Tiroler Zillertal ist jeden Morgen eine Gondel der Penken-Seilbahn eigens für Kinder reserviert. Sie werden aufs 1700 Meter hohe Penkenplateau gebracht und dort oben auch während der Mittagsstunden von Skilehrerinnen betreut. Knapp 100 Mark sind für dieses Wochen-Arrangement zu bezahlen, wobei allen Kindern gewiß eines in Erinnerung bleibt: Daß sie bei einer Olympiasiegerin das Skilaufen gelernt haben. Denn die mehrfache Medaillengewinnerin Erika Spieß-Mahringer ist Chefin des großen Skikindergartens.

Wenn die ganze Familie (schon etwas verwöhnt) Ski fährt und die Eltern ohne Ehrgeiz die schöne Zeit genießen wollen, in der sie mit den Kindern die Skiwelt entdecken, spielt die Frage nach dem geeigneten Gelände eine besonders wichtige Rolle. Mehrere leichte bis mittelschwere, gut gepflegte Pisten und für den Vater zwischendurch einen rasanten Abstecher – das findet man etwa in St. Johann in Tirol, in Obertauern im Salzburger Land, in den Schweizer Orten Schuls im Unterengadin und Lenzerheide-Valbella in Graubünden oder in Corvara in Südtirol.

Für Langläufer und Skiwanderer