Zusammengestellt von Erhard Kortmann

Rhonefahrt mit Riesenhummer

Von Wolfram Siebeck

Nichts entzückt den heimkehrenden Touristen so sehr wie die Katastrophen, die passiert sind, während er in der Fremde war. „Ungewöhnliche Schneefälle in Südfrankreich“ lese ich in den angesammelten Zeitungen. „Sämtliche Straßen im Rhonetal blockiert“ und „4000 Eingeschneite in Montelimar“. Doch diesmal will sich die gewohnte Schadenfreude nicht einstellen. Denn wir sind dabeigewesen.

„Laß uns dahin fahren, wo es keinen Schnee gibt“, hatte ich zu Madame gesagt. „An der französischen Riviera reifen jetzt die Orangen...“ Doch zwei Tage vor Silvester waren im verschneiten Lyon die Straßen nach Süden gesperrt.

Nun ist es so, daß die Welt untergehen muß, ehe die französischen Köche aufhören zu kochen. Also besuchten wir einen der bekannten Weideplätze für verwöhnte Leckermäuler und trafen uns am anderen Morgen frisch gestärkt mit vierzig zu allem entschlossenen Fahrern am Stadtausgang. „Südwärts-ho!“ hieß es, und der inzwischen legendär gewordene Treck über die N 86 setzte sich in langsame Bewegung. An der Spitze walzte ein Tankwagen die im Schnee steckenden Pkw platt, die unseren durchdrehenden Rädern einen griffigen Untergrund boten.