Jean-Marie Straub darf sein Heimatland nicht betreten, weil er sich dem Militärdienst in Algerien entzog. Er drehte in Deutschland unter anderem „Machorka Muff“ (1962) und „Nicht versöhnt“ (1965) nach Böll sowie den Musikfilm „Chronik der Anna Magdalena Bach“ (1967); sie gelten bis heute als „umstritten“. Vor den unhaltbaren Zuständen der deutschen Filmindustrie floh Straub nach Rom, wo im letzten Jahr „Othon“ entstand. Exakter Titel: „Die Augen wollen sich nicht zu jeder Zeit schließen oder Vielleicht eines Tages wird Rom sich erlauben seinerseits zu wählen.“ Sein nächstes Projekt: Schönbergs „Moses und Aron“. Weil Straub sich „nach seinen eigenen Worten dem französischen Kulturbereich zugehörig“ fühlt, lehnte das Bundesinnenministerium eine Unterstützung dieses Vorhabens ab. „Othon“ läuft am 26. Januar im ZDF.