Zehn Prozent bei Mitsumi

Die Serie der Hiobsbotschaften vom japanischen Mitsumi-Konzern wurde unterbrochen: Die Mitsumi Electric Co. Ltd., Tokio, will Ende März auf der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 1970/71 (1. Februar bis 31. Januar) eine Dividende von zehn Prozent vorschlagen. Freilich wurde diese Ausschüttung nicht echt verdient: Der erforderliche Betrag für die Auszahlung der Dividende in Höhe von einer Million Mark wird der Dividendenrücklage entnommen – die Mitglieder des Verwaltungsrates der Gesellschaft, die rund 35 Prozent der Aktien halten, wollen auf ihren Dividendenanteil verzichten.

Neue Anleihen

Nach dem Übergang zum 7,5-Prozent-Zinssatz am deutschen Rentenmarkt und der Zinsrückbildung auf dem Kapitalmarkt sind auch deutsche Unternehmer wieder bereit, sich über Anleihen Kapital zu beschaffen. Der Zentrale Kapitalmarktausschuß legte jetzt in Wiesbaden die Reihenfolge fest, in der die Anleihen auf den Markt kommen sollen. Um einen Rückschlag auf dem Rentenmarkt zu vermeiden, müssen die Anleihewünsche dosiert werden. Gefahr droht von der öffentlichen Hand: Noch ist die Haushaltssituation nicht zu übersehen; doch der Bund allein hat bereits den ursprünglichen Betrag für die Kreditaufnahme von 5,7 Milliarden auf 11,4 Milliarden Mark verdoppelt.

Geänderte Verträge

Die Auskunft „schon ausverkauft“ sollen Sanken und Sparkassen in Zukunft ihren Kunden nicht mehr geben dürfen – zumindest nicht am ersten Verkaufstag einer Anleihe. Nach den Konsortialvertragen, die die Bundesbank jetzt mit den Geschäftsbanken abgeschlossen hat, müssen am ersten Verkaufstag bis zum Schalterschluß alle Kaufaufträge angenommen werden. Die Bundesbank will mit dieser Regelung nicht nur das Wohl des kleinen Sparers berücksichtigen, sondern sie will gleichzeitig verhindern, daß bei attraktiven Anleihen von den Anlegern mehr Anleihen gezeichnet werden, um bei der Rationierung besser wegzukommen.

Nun auch Ärger mit USI

Die Züricher Kantonalbehörden machen sich Sorgen um die bei ihnen ansässige Kommerzialbank AG, die sich bislang voll im Besitz von Robert Pollock, Chef der Usip (United States Investment Plan, Panama), befindet. Die USI-Gruppe, zu der auch die in der Bundesrepublik arbeitende Investmentfirma Advisa gehört, investiert, wie sie behauptet, die von ihr über Vertreter geworbenen Kundengelder hauptsächlich in amerikanischen Wertpapieren und in US-Immobilien. Im Frühjahr war für den USI-Fonds „United Growth Fund“ eine große Werbekampagne inszeniert worden („Ein Prospekt wird zum Verräter“, ZEIT Nr. 15/70).