Das Wort von der Zeit, die Geld sei, gilt nicht nur für jene, die das mühselige Geschäft der Friedensstifter betreiben. Das war schon immer so, und deshalb nimmt es nicht wunder, daß sich die seit zwei Jahren in Paris tagenden Unterhändler aus Amerika und Vietnam jetzt zum 100. Mal treffen und als Resultat ihrer Gespräche verlauten ließen: kein Ergebnis.

Sie haben Vorbilder. Schließlich dauerte es über sechs Jahre und mehr als 300 Sitzungen, bis die Österreicher ihren Friedens- und Staatsvertrag 1955 unter Dach und Fach hatten. Auch bis zum koreanischen Waffenstillstand vergingen mehr als zwei Jahre und unzählige Sitzungen in Panmunjon. Und, fast schon vergessen: Vor 16 Jahren begannen in Warschau die Amerikaner mit den Chinesen zu sprechen. Ihr 136. Treffen, am 20. Februar 1970, wird sicher nicht das letzte gewesen sein.

Grund zur Resignation? Mitnichten. Trösten wir uns mit unseren Altvorderen, die das Ende des 30jährigen Krieges herbeisehnten. Von dem Tage an, da die Kaiserlichen auf der einen, Schweden und Franzosen auf der anderen Seite sich 1644 in Osnabrück und Münster zusammensetzten, dauerte es geschlagene vier Jahre, bis Europas Glocken den Frieden einläuteten. v.K.