Neu in Museen und Galerien:

Baden-Baden Bis zum 28. März, Staatliche Kunsthalle: "Salvador Dali"

Dieser Mann hat es fertiggebracht, seinen künstlerischen Ruf systematisch zu ruinieren. Die Art, wie er sich bis heute in Szene setzt, beweist nicht nur einen krankhaften Größenwahn, sein Auftreten ist geschmacklos, albern, und selbst die Leute, die ihm einmal applaudiert haben, finden den alternden Exzentriker nur noch lächerlich. Aber der Maler ist nicht mit der Rolle identisch, in der er sich gefällt und die beizubehalten er finster entschlossen ist, man braucht nur die neueste Publikation "Dali über Dali" in die Hand zu nehmen, Wo er so bombastisch und hysterisch sich Weihrauch streut wie in alten Zeiten. Seltsamerweise ist sein Werk in Deutschland nur unvollständig gezeigt worden. Baden-Baden hat die große Retrospektive, die vorher in Rotterdam zu sehen war, in leicht veränderter Form übernommen. Der Schwerpunkt liegt bei den Bildern aus den 30er Jahren, die meisten gehören Sir Edward James, dem größten Dali-Sammler. Bilder der konkreten Irrationalität, Genrebilder des Absurden, Bilder eines Malers, der den psychischen Automatismus der Surrealisten durch paranoisch-kritische Aktivität überbietet, der seine neurotischen und traumatischen Erfahrungen unter Kontrolle hält und mit kühler, virtuoser Sachlichkeit registriert. Dali hat mit dem klassischen Pariser Surrealismus nur geringe Verwandtschaft, er gehört in den größeren Zusammenhang des europäischen Manierismus, Die Ausstellung demonstriert Dalis Rang in der Malerei des 20. Jahrhunderts und offenbart allerdings auch die schwachen Punkte in diesem Werk, die Anfälligkeit für billige Effekte, die sich schon in den "Blutenden Rosen" von 1930 manifestiert und bei den Schmuckstücken endet, die Dali entworfen hat und die jetzt zum erstenmal in Europa gezeigt werden. (Einen ausführlichen Bildbericht über Dali bringt das ZEITmagazin in der übernächsten Woche.)

Hamburg Vom 10. bis zum 13. Februar, Dr. Hauswedell: "Bücher, Autographen, Alte – Drucke"

Die Auktion beginnt mit dem 2. Teil der Königlichen Ernst-August-Fideicommiss-Bibliothek, der erste Teil hatte im vergangenen Herbst bereits sensationelle Ergebnisse gezeitigt. An der Spitze stehen die Gruppen Geschichte, Militaria einschließlich der berühmtesten. Uniformwerke sowie Genealogie. Es folgt deutsche und ausländische Literatur vom 17. bis zum 20. Jahrhundert (aus bürgerlichem Besitz), darunter die Delacroix-Illustrationen zum Hamlet (Schätzpreis 12 000 Mark), Erstausgaben von Benn, Brecht, Joyce, Kafka und ein großes Konvolut von Literatur- und Kunstzeitschriften. In der Abteilung Handschriften werden einige prachtvolle Stundenbücher angeboten, das kostbarste (Schätzpreis 60 000 Mark) kommt aus der Sammlung Rothschild, ein Buch mit 25 Miniaturen, vermutlich von einem Niederländer Ende des 15. Jahrhunderts. Unter den alten Drucken findet man die erste französische Ausgabe der Anatomie des Mondino, gedruckt in Paris 1532 (für 25 000 Mark) und das erste Buch über das "Künstliche und rechtschaffene Feuerwerck" (2400 Mark), das 1590 in Nürnberg erschienen ist.

Die wichtigsten deutschen Ausstellungen:

Berlin Bis zum 21. Februar, Akademie der Künste: "Revolutionsarchitektur"