In der ostafrikanischen Republik Uganda haben Einheiten der Armee am Montag die Macht übernommen und Präsident Milton Obote abgesetzt. Nach Gefechten mit regierungstreuen Truppen verlasen die Rebellen am Nachmittag über Radio Kampala eine Siegesmeldung. Obote sei entmachtet worden, hieß es, weil die Armee mit seiner Wirtschaftspolitik, seiner Stammes- und Günstlingswirtschaft und der herrschenden Korruption "zutiefst unzufrieden sei.

Der Führer des Aufstandes ist Generalmajor Idi Amin, den der Präsident Mitte vorigen Jahres als Oberkommandierenden abgelöst hatte. Amin hat inzwischen eine Militärregierung gebildet, die zu "gegebener Zeit" freie Wahlen abhalten will.

Der 45jährige Obote befand sich am Montag auf dem Rückflug von der Commonwealth-Konferenz in Singapur. Nach einem Besuch mehrerer Nachbarländer Ugandas kündigte er an, daß er nach Kampala zurückkehren werde. Nähere Einzelheiten gab er nicht bekannt. Die neuen Machthaber warnten sofort vor einem Invasionsversuch.

Die Ursachen des Putsches liegen hauptsächlich in Stammesrivalitäten. Zwischen den Bantus im Süden und den in Armee und Polizei vorherrschenden nördlichen Stämmen besteht seit jeher Feindschaft. Obote, Häuptlingssohn eines nördlichen Stammes, hatte 1966 als Premierminister gegen den Präsidenten Mutesa II., zugleich König des Teilstaates Buganda, geputscht. Seit dieser Zeit stehen die Bantus unter Ausnahmerecht. Die ethnographischen Spannungen haben in den beiden letzten Jahren auch. die Armee erfaßt, die mehrfach von Obote eine gerechtere Laufbahnregelung verlangte.

Außerdem forderte die Armee für sich soziale und finanzielle Verbesserungen. Die Unzufriedenen fanden ihren Anführer in Amin, der mit dem Putsch einer seit längerem erwarteten Verhaftung zuvorkam.