Ein Hang zum Rabiaten kennzeichnet das Gewerbe. Jahrelang gaben sich die Taxichauffeure als Verfolgte, weil der Gesetzgeber sich weigerte, die Todesstrafe wiedereinzuführen – überhaupt, vor allem aber für Mörder von Taxifahrern. Wechseln sie jetzt ins kriminalistische Rollenfach des Verfolgers?

Der für drei Menschen tödliche Sturz eines von Frankfurter Taxirudeln gejagten Automobils in den Main ist singulär nur im Ergebnis. Auch in anderen Städten gibt es Beispiele für den Mißbrauch des zivilen Sprechfunkmonopols: Mit einem Wort durchs Mikrophon wird die Aggressionsbereitschaft von hundert Berufsgenossen mobilisiert, die sich alsbald nicht mehr am Steuer eines Mietwagens, sondern eines Peterwagens wähnen. Die Polizei fährt bestenfalls hinterher.

Wenn eben diese Polizei – wie in Frankfurt – die selbsternannten Hilfs-Sheriffs nach vollbrachter Tat auch noch in Schutz nimmt ("eine gewisse Spontaneität"), muß es der Bürger mit der Angst bekommen. Niemandem, auch der Taxibranche nicht, steht das Privileg zu, Selbstjustiz an jedermann zu üben, dessen Verkehrs- oder Zahlverhalten mißfällt. H. Sch.