Die beiden Text-Collagen von Heino Griem beruhen auf Taschenkarten, die Bundeswehrsoldaten bei sich tragen.

A

Im Kriege wähle ich immer die nächste Deckung, einen Keller, einen Graben, ein Erdloch, eine Bodenwelle oder ein Fahrzeug. Befinde ich mich schon in einem Fahrzeug, halte ich am Straßenrand an und lasse sämtliche Insassen sich die nächste Deckung suchen. Wenn ich mich dagegen in einem Gebäude aufhalte, stelle ich mich in den Türrahmen einer Zwischenwand oder in eine Zimmerecke. Nach dem Krieg mache ich mich durch Klopfzeichen bemerkbar, wenn ich verschüttet bin, bekämpfe ich Panik, vermeide kopflose Hast, verbinde auch geringfügige Verletzungen und schüttle meine Bekleidung aus. Während des Krieges empfiehlt es sich in jedem Fall, unter einem Tisch, einem Schreibtisch oder einer Werkbank Deckung zu suchen, und sofort nach Ausbruch beginne ich bis 135 zu zählen, wobei ich mit 21 beginne.

B

Es gibt heute Kampfmittel, die über Atemweg und Speiseweg, durch Berührung oder Überträger Schäden (Krankheiten) bei Mensch, Tier und Pflanze hervorrufen können. Man sollte daher verdächtige Beobachtungen und Krankheitszeichen seinem Hausarzt melden.

C

Das Ratsamste im nächsten Weltkrieg, der mit allen Mitteln geführt werden wird, ist es immer noch, den Atem anzuhalten und die Augen zu schließen. So halte ich bei Wahrnehmungen wie Reizwirkung der Nasen- und Rachenschleimhäute, bei Augenreiz und Tränenfluß, Reizhusten, Beklemmungsgefühl, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen den Atem an und schließe die Augen. Aber bei einer auffälligen Verengung der Pupillen, bei Nasenausfluß, Brustbeklemmung, Muskelzittern, Gliederzuckungen, Speichelfluß und Krämpfen ist sofortiges Handeln entscheidend. Und ich sage mir: Achtung! Nervenkampfstoffe! Lebensgefahr!, halte den Atem an und schließe die Augen.