Neu in Museen und Galerien:

Hamburg Bis zum 31. März, Künstlerclub "die insel": "Micus"

Micus ist Gründungsmitglied der Gruppe SYN, mit der speziellen SYN-Problematik vertraut und belastet, mit deren Hilfe er, ohne die theoretische Basis aufzugeben, zu den muntersten, persönlich gefärbten Ergebnissen gelangt. Aus der alten SYN-Idee, Kontraste zu polarisieren: die leere gegen die gefüllte Fläche, die scharfe gegen die unscharfe Form, Monochromie gegen Polychromie, hat er die Coudrage entwickelt, das genähte, das Nahtbild, die Doppelseite, Grau in Grau, nur von der Kordel gestört, gegen die figurative Seite, den gestreiftfarbigen Zwickel zwischen zwei monochromen Schwellformen. Frage: Hat das Mädchen im Minihöschen Modell gestanden (es existieren realistische Mädchen-am-Strand-Farbstiftzeichnungen), oder hat das theoretische SYN-Problem sich einen passenden Körper gesucht? Abstrakte Erotik oder erotische Abstraktion? Mädchen oder Verkehrszeichen: der Zwickel als Stopschild. Bei den "Polsterobjekten" erweitert sich die Schwellform der Coudragen in die dritte Dimension, und der daunengefütterte, weiche, biegsame Körper wird mit einer Aluminiumfläche kombiniert, die den hart geschnittenen Schattenriß des Polsters darstellt. Auch der Zwickel löst sich von der Wand und steht als Farbstreifenobjekt zwischen sowohl geometrisch wie organisch gearbeiteten Schenkeln, während die neuesten Coudragen als Kastenbilder wieder an die Wand zurückkehren. Erstaunlich, was der Zwickel alles hergibt. Als Großplastik ist er im Garten der "insel" plaziert.

Köln: Bis zum 15. März, Galerie Schießel: "Dieter Kraemer"

Das Déjeuner sur I’herbe, ein Dutzend dieser ungewöhnlichen großformatigen und beinah quadratischen Gemälde, in stumpfem Ei-Tempera, die Farben mit Weiß durchsetzt und verdünnt, dünn aufgetragen, eine dünne und stumpfe Haut für die immergleiche Szenerie, das Glück am Straßenrand, sonntags ins blasse Grün. Figuren, Matratzen, Gummitiere, VW und Landschaft aus der gleichen Materie, schlaff, abgeschlafft, die man zu Botero aufblasen oder zu einer Weekendsatire zuspitzen könnte, wenn nicht diese dumpfe Lethargie aller Bildelemente derartige Bemühungen zunichte machen würde. Dieter Kraemer hat seine Idyllen schon zu einer Zeit gemalt, als von Botero und Pop Art und Frustration bei uns noch nicht die Rede war, nämlich in den fünfziger Jahren. Damals waren es Familien, die im Wohnzimmer verdrossen vor sich hin dösten. Heute machen sie Picknick und genießen die Natur. Damals wurde der Maler als realistischer Nachzügler abqualifiziert. Heute ist er vom Neurealismus überholt, der Zug ist ohne ihn abgefahren.

Die wichtigsten deutschen Ausstellungen:

Baden-Baden Bis zum 28. März, Staatliche Kunsthalle: "Salvador Dali"