Großbritannien wird bis Ende 1971 seine Truppen aus den Öl-Scheichtümern an der Südküste des Persischen Golfes zurückziehen. Außenminister Douglas-Home kündigte vor dem Unterhaus an, daß die Schutzverträge mit den Scheichtümern Bahrain, Qatar, Abu Dhabi, Dubai, Sharja, Ajman, Umm Kwain, Ras al Khaim und Fujeira in diesem Jahr auslaufen werden.

Das Ende der historischen britischen Schutzrolle hatte die Labour-Regierung im Januar 1968 als Teil des Gesamtrückzuges aus „East of Suez“ eingeleitet. Die Konservativen widersprachen damals der Entscheidung, weil sie östlichen Einflüssen die Tür öffne. Aber nach der Regierungsübernahme stellten sie fest, daß sich die Anliegerstaaten des Golfes auf einen britischen Rückzug eingerichtet hatten. So mußten die Konservativen auf die Labour-Politik einschwenken, obwohl das Hauptziel, eine Konföderation der Scheichtümer, in mehr als zweijährigen Unterhandlungen nicht zustande kam.

London hat in einem Fünf-Punkte-Programm den Schutzstaaten auch weiterhin eine Quasi-Präsenz britischer Truppen zugesagt. Bis jetzt haben die rund 2400 englischen Soldaten freilich eher Ordnungs- als Schutzaufgaben in den untereinander zerstrittenen Scheichtümern ausgeübt.