Auf dem außerordentlichen Parteitag des SPD-Unterbezirks München errang Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel einen klaren Abstimmungssieg. Mit wechselnden Mehrheiten sprachen die 216 Delegierten fünf von sechs Vorstandsmitgliedern, darunter drei Landtagsabgeordneten, das Mißtrauen aus. Vogel hatte am 18. Februar auf eine erneute Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters mit der Begründung verzichtet, der Vorstand dulde Linksradikalismus, bringe die SPD „ins Zwielicht“ und behindere die Arbeit im Rathaus.

Der Abstimmung war eine mehrstündige Redeschlacht vorangegangen, in der sich der Vorstand gegen Vogels Vorwürfe verwahrte. Der Oberbürgermeister erhielt für seine Ausführungen Beifall und Pfiffe. Der neue Vorstand wird am 13. März gewählt; Vogel will für den Vorsitz kandidieren.

Das Münchener Ergebnis ist von den Führungsgremien der SPD mit Befriedigung aufgenommen worden. Sie hatten am Vortage nach einer mehrstündigen Beratung die Unvereinbarkeit von Kommunismus und Sozialdemokratie bekräftigt. Danach kann, wer das Godesberger Programm nicht als verbindlich anerkennt, nicht Mitglied der SPD sein.

Für drei Gruppen ist nach der Resolution kein Platz in der SPD: Die sie zu einer Kaderpartei revolutionären Typs umformen innerhalb der Partei eigene Organisationen mit abweichenden Zielen aufbauen oder die Partei schädigen oder spalten wollten.