Kölns leitender Stadtbaudirektor Hans Joachim Sahr schickte Arbeitskolonnen auf die breiten Ringstraßen und schmalen Großstadt Pfade der Domstadt. In pausenlosem Einsatz fahndeten die Männer nach den Stellen, wo alte Verkehrsschilder ersetzt werden mußten, um der seit 1. März geltenden neuen Straßenverkehrsordnung zu genügen.

Allein in Köln kostet der neue Schilderwald rund zwei Millionen Mark. Die Kosten wären noch erheblich höher, hätte man nicht praktischen Notbehelf endeckt:

Wie auch andernorts werden die bisherigen Halteverbotsschilder mit roten Streifen überklebt und auf diese Weise in Schilder verwandelt, die ein "absolutes Halteverbot" signalisieren.

Wie Sahr sind an diesen Wochen die Verantwortlichen aller anderen Städte damit befaßt, den ersten Teil des neuen Schilderwaldes aufzuforsten. Bis 1973 haben sie Zeit, alle alten Zeichen zu ersetzen.

Was das alles kosten wird, weiß bislang noch niemand. Das Bundesverkehrsministerium will den Ländern die Kosten erstatten, die für den Zeichenwechsel an Bundesautobahnen und Bundesstraßen anfallen. Sicher sind sich Minister Lebers Beamte nur in einem: Die ursprüngliche Schätzung von 20 bis 25 Millionen Mark für Bund, Länder und Gemeinden war zu niedrig angesetzt. Allein die vom deutschen Verkehrssicherheitsrat betriebene Bürger Aufklärung über den Straßenverkehr kostet rund die Hälfte dieses Voranschlages.

Der Deutsche Städtetag, immer bereit, die Finanznöte seiner Mitglieder zu artikulieren, schätzt die Schilderkosten auf 100 Millionen Mark. Und der in Hagen ansässige Industrieverband Verkehrszeichen spricht immerhin noch von 60 bis 100 Millionen Mark, die teilweise in die Kassen der ihm angeschlossenen Unternehmen fließen werden. Die Weltverkehrskonferenz hatte 1967 in Wien unter dem Beifall der vertretenen Länder der internationalen Angleichung der Verkehrsschilder zugestimmt. An die Kosten hatte damals niemand gedacht pl