Wirtschaft

Mit Verdauung keine Last

Von Fusions Euphorie ist bei der Bayerischen Vereinsbank, München, nach der Verschmelzung mit der Bayerischen Staatsbank nichts zu bemerken. Man sieht dort die Situation nüchtern und realistisch. Aufsichtsratsvorsitzender Dr.

+ Weitere Artikel anzeigen

Feuilleton

Studium im Baukasten-System

Zwei Weisen, Physik zu studieren, sehe ich für Jochen Jaworski, den Bergarbeitersohn aus Bottrop. Er hat das Gymnasium mit einmal Sitzenbleiben geschafft, eine bewundernswerte Leistung.

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Moskau blockt

Jetzt gibt es keinen Zweifel: Mit einer schnellen Lösung für Berlin ist nicht mehr zu rechnen. Über ein Jahr dauern die Viermächtegespräche nun schon.

Gekündigt

Keinem Ministerium wird soviel bereitwillige Achtung entgegengebracht wie dem Auswärtigen Amt, keiner Karriere traditionell soviel Bewunderung gezollt wie der diplomatischen – schade, daß dieser Hort klassischer Sitten und chevalresken Stils sich nun den sachlich-brutalen Gepflogenheiten unseres Zeitalters anpaßt.

Der Sprung ins kalte Wasser

Die Verhältnisse sind nicht so, sie werden wohl auf lange Zeit nie so sein: daß Juden und Araber in Frieden miteinander leben, in guter Nachbarschaft; daß sie Botschafter austauschen, Handelsverträge abschließen, ihre Grenzen offenhalten.

Sturz in Irland

Nun hat auch Edward Heath sein Rhodesien. Nur liegt es dicht vor der Tür, in Nordirland, und die Rückwirkungen auf die Londoner Politik sind weitaus bedrohlicher.

Sieg der Großen

Die beiden großen Parteien können zufrieden sein. In Rheinland-Pfalz ist die Mehrheit für die CDU noch deutlicher ausgefallen als allgemein erwartet.

ZEITSPIEGEL

Zusammen mit Quizmaster Frankenfeld und der Schauspielerin Sabine Sinjen hat sich Walter. Scheel unter die Märchenerzähler begeben.

Der andere Leutnant William Calley

Die qualvoll langen Tage des Wartens auf einen Spruch der Jury ließen die nervöse Spannung in William Calley wachsen. Häufiger als in den vorangegangenen vier Monaten des Prozesses lud er Freunde und Bekannte abends in seine kleine Offizierswohnung auf dem Gelände von Fort Benning ein.

Urteile über Bonn

Eine völlig veränderte Atmosphäre“ – das war der Titel einer Analyse der Stimmung im Bundesgebiet im Sommer 1969, wenige Wochen vor der Bundestagswahl.

Die Deutschen: noch eine Nation?

Wann immer eine Analyse die Bereitschaft der Bevölkerung erkennen läßt, sich mit dem Verlust der Ostgebiete und der Zweiteilung abzufinden, wird die Vermutung laut, die Deutschen in West und Ost hätten sich ohnehin auseinandergelebt.

Pullach unter Beschuß

Eine zweite Spiegel-Affäre wird es nicht geben. Jedenfalls wird sie nicht durch die neueste Serie des Hamburger Magazins „Pullach intern“ ausgelöst werden.

,,Auf Normalmaß gestutzt"

Wenn die Bundesregierung unter Beschuß gerät, fängt Kanzleramtsminister Ehmke häufig die ersten Treffer ein. So geschah es bei der Kontroverse über den Bundesnachrichtendienst, wo Spiegel und Strauß in unvermuteter Harmonie dem Minister vorwarfen, er betreibe in Pullach Parteipolitik und dilettiere auf fahrlässige Weise im Geheimdienst herum.

Parteitag des Übergangs

Ohne Beispiel in der bisherigen Geschichte ist die massive Verjüngung der mittleren Kader der sowjetischen KP

Mitte ohne Fortüne

Die französischen Wähler haben bei den letzten Gemeindewahlen eine auffallende Konsequenz bewiesen. Sie verstärkten die Tendenzen, die schon 1965, bei der ersten Schlappe für General de Gaulle, sichtbar wurden: Ihre Stimmen konzentrierten sich auf den gemäßigten Gaullismus und auf die linke Volksfront.

Bruch in Helsinki

Finnlands Staatspräsident, Urho Kekkonen, hatte sich verrechnet. Seine Maxime, wonach die neutrale finnische Außenpolitik am besten durch eine breite Regierungskoalition gesichert sei, scheiterte am Widerstand der Kommunisten: Nach nur acht Monaten Amtszeit gab Ministerpräsident Ahti Karjalainen den Rücktritt seines Fünf-Parteien-Kabinetts bekannt.

Prozesse in Prag

Prozesse in Prag sind ein Barometer für Gustav Husáks Einfluß. Das Barometer fällt. Die vergangene Woche endete mit der Verurteilung von fünfzehn „trotzkistischen“ Studenten.

Gerede aus Unna

30 Hauptleute der Bundeswehr beklagen mangelnde Disziplin, die ihnen selbst abgeht

Der starke und der schwache Ted

I like Ted, schrieb die Wochenzeitung Economist letzte Woche in weißem Oval vor blauem Grund auf ihre Titelseite. Ted Heath kann solche Sympathiekundgebungen gebrauchen.

Bittere Bilanz

Nun also ist der Monat tot. Die meisten anderen deutschen literarischen und politisch-literarischen Zeitschriften wären es ebenfalls längst, wenn nicht immer noch Geldgeber bereit wären, sie am Leben zu halten.

Gemisch aus Zorn und Trauer

Vor beinahe dreiundzwanzig Jahren wußten die deutschen Gazetten und die Nachrichtenagenturen zu berichten, in Berlin werde unter des Amerikaners Melvin J.

Nett, fair, seriös

Über die Schwierigkeiten von Journalen und Journalisten wollte man sprechen, über das Selbstverständnis der Journalisten „zwischen Vermessenheit und Vergeblichkeit“ ihres Tuns; aber Werner Höfers Schlußwort wurde das Motto dieses ganzen Jubiläums-Frühschoppens: „Nichts langweilt das Publikum so sehr wie solche kollegialen Intimitäten.

Kuckuckseier ins Nest

Noch in der Wahlnacht zierten sich alle. Klaus Schütz sagte, nach der Hektik des Berliner Wahlkampfes könne die SPD in den nächsten Wochen in aller Ruhe an die Senatsbildung gehen.

Gerangel im Bayerischen Rundfunk: Keiner traut dem andern

Im Bayerischen Rundfunk, so heißt es, stehe die Krise vor der Tür. Bei genauerem Hinsehen bekommt man aber eher den Eindruck, daß die Krise längst da ist, daß sie nach und nach durch Ritzen und Fugen in die Redaktionen gedrungen ist, und dort nun beharrlich nistet.

Springer zahlte: Teurer Boykott

Ich hatte ein Interesse daran, daß Springer für seine Niederlage etwas hinblättern mußte“, sagt Harald Dötze, 44 Jahre alt, Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP).

Bonner Sorgen

Auf ihren Wahrheitsgehalt sorgfältig recherchierte Sendungen einer unabhängigen deutschen Rundfunkanstalt haben die Bundesregierung in „ernste Sorge“ über die dadurch verursachte „anhaltende Störung der deutschgriechischen Beziehungen“ gestürzt.

Neue Debatte um Berlin

Erneut ist die innenpolitische Kontroverse um Berlin aufgeflammt. Anlaß waren Äußerungen des neu ernannten Bonner Sowjetbotschafters Falin und eine anschließende Erklärung von Außenminister Scheel.

Laos: Panische Flucht

In panischer Flucht ziehen sich die südvietnamesischen Truppen aus Laos zurück. Unter Preisgabe von Waffen und anderem Material versuchen sie verzweifelt, den Einkesselungs versuchen der Nordvietnamesen entlang der Straße Nr.

Dokumente der ZEIT

„Wer heute über Menschenrechte spricht, der sollte zunächst einmal bei sich selbst, in seiner näheren Umgebung, in seinem eigenen Lande anfangen.

Junta stürzt Argentiniens Präsidenten

Nach, neun Monaten ist Argentiniens Präsident Roberto Marcelo Levingston von der Militärjunta, die ihn am 13. Juni 1970 in das höchste Staatsamt gebracht hatte, am Dienstag wieder abgesetzt worden.

Bauernzorn in Brüssel

Die Brüsseler Tagung der EWG-Landwirtschaftsminister war von schweren Unruhen begleitet. Mehr als 100 000 europäische Bauern demonstrierten in der belgischen Hauptstadt gegen die Agrarpolitik der Gemeinschaft.

Türkei: Krise beendet

Die türkische Regierungskrise scheint überwunden: Die stärkste Partei im Parlament in Ankara, die bislang regierende Gerechtigkeitspartei, sagte dem neuen Ministerpräsidenten Nihat Erim ihre Unterstützung zu.

Erfolge für SPD und CDU

Bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz hat die CDU zum erstenmal mit 50,0 Prozent die absolute Mehrheit erreicht. Sie verbesserte sich um 3,3 Punkte.

Der VDS oder: Die trapsende Nachtigall

Das Bemerkenswerteste an der Bonner Mitgliederversammlung des Verbands Deutscher Studentenschaften (VDS) ist, daß sie keine Überraschungen gebracht hat.

Die Frau als Puppe

Puppen sind Spielzeug und, das lehren das Personalpronomen und die häufigste Erscheinungsform dieses Spielzeugs, weiblichen Geschlechts.

Aus jung mach alt

Gestatten: Junge Kunst in Deutschland. Das Münchner Haus der Kunst, für ein paar Wochen wieder zum Haus der deutschen Kunst avanciert, gibt sich die Ehre.

Zwei oder drei Schritte vorwärts

Letzten Montag lief im ZDF Jean-Luc-Godards Filmkomödie „Eine Frau ist eine Frau“ aus dem Jahre 1960. Die Fernsehanstalten, die Kunst- und Lupe-Kinos schlachten den klassischen und weitgehend akzeptierten Godard bis zu „Weekend“ und „One plus One“ aus.

Godards jüngste Filme

Cinétracts: Stumme Zwei- bis Vier-Minuten-Filme, zumeist anonym, die abgefilmte Tagesphotos mit agitatorischen Parolen kombinierten und als filmische „Flugblätter“ auf politischen Versammlungen eingesetzt wurden.

Niemandem war er untertan

Frankreich begeht „L’année Marcel Proust“, eine Reihe von Veranstaltungen sind vorgesehen – es wird an feierlicher Eloquenz so wenig fehlen wie an Gelehrsamkeit.

ZEITMOSAIK

Der Hochschulverband, die Standesvertretung der Professoren, warnt in seinem Mitteilungsblatt vor „endloser Selbstverwaltung“.

Zu diesem Artikel und seinem Autor

Seit dem berühmten Hamburger "Blauen Gutachten", seit fast einem Vierteljahrhundert also, wird in Deutschland viel von Universitätsreform gesprochen und noch mehr geschrieben.

Kunstkalender

Seit 1951 lebt der deutsche Maler Michel, der einmal in Hamburg studiert hat, in Paris und bastelt seine reizenden kleinen Collagen, die alle paar Jahre in Deutschland gezeigt werden, meistens in kleineren.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

„Tumbleweed Connection“ ist wohl der erste komplette Western, der als Rock-Album produziert wurde, voll gewalttätiger Bilder und idyllischer Lyrismen.

Vorisraelische Geschichten

Der Roman spielt 1947 – also vor der Gründung des Staates Israel – in Palästina und ist in Ungarn im Jahre des Sechstagekriegs erschienen.

KRITIK IN KÜRZE

„Beginn einer Verzweiflung“, Epiloge von G. F. Jonke. Diese Epiloge sind eigentlich Prologe und Präludien, vergleichbar mit jenen Frühwerken der Dichter, als sie noch Dichter hießen: unroutiniert, von Ehrgeiz nicht verdorben, Artikulierungsversuche eines Talents, die so unbefangen nie wiederkehren.

Hintergründe eines späten Erfolgs

– schon seit einiger Zeit vorausgeht. Es erschien 1934, soll zwar nicht unbemerkt geblieben sein, geriet jedoch bald in Vergessenheit, und erst eine etwa dreißig Jahre später veranstaltete Neuauflage machte den Autor, der sich von der Literatur längst abgewandt hatte, plötzlich berühmt.

+ Weitere Artikel anzeigen