Falls der neuerdings viel benutzte Rotstift der US-Raumfahrtbehörde NASA die Pläne nicht vorher durchkreuzt, geht am 24. August 1978 eine automatische Raumsonde auf dem rübenförmigen Miniplaneten Eros vor Anker: Das knapp 30 Kilometer lange und vier Kilometer dicke Weltallbruchstück weist eine so geringe Anziehungskraft auf, daß der Roboter sich nach der sanften Landung sogleich fest verankern muß, um nicht in den Raum zurückzuprallen.

Die Gelegenheit zum Asteroiden-Ankerwurf erscheint, so verkündete unlängst eine amerikanische Astronomengruppe (Mitglieder unter anderem: US-Nobelpreisträger Harold Urey, sein schwedischer Kollege Hans Alfven und der deutsch-amerikanische Raumfahrtexperte Ernst Stuhlinger), zu diesem Zeitpunkt besonders günstig. Eros nähert sich 1978 der Erde bis auf etwa 23 Millionen Kilometer – nur ein Drittel der Entfernung Erde–Mars. Aus den geborgenen Gesteinsproben (erwartete Menge: rund 150 Kilo) erhoffen die Astronomen bislang unerreichte Aufschlüsse über die Entstehungszeit des Sonnensystems: Die Asteroiden sollen zu jenen Urzeiten aus einem zerbrochenen Planeten entstanden sein.

Als Antrieb ihrer Raumsonde wollen die Wissenschaftler ein neuentwickeltes, bereits im Weltall erprobtes elektrisches Triebwerk benützen. Die schubschwache Elektrorakete brauchte, nachdem sie von einer konventionellen Titanrakete in eine Erdumlaufbahn befördert worden wäre, nur geringfügige Treibstoffmengen – die freilich ausreichen würden, die dreijährige Reise zu Eros und zurück problemlos zu bewältigen.

G. H.