Blohm + Voss: Großschiffbau

Die Sanierung der im vergangenen Jahr in Schwierigkeiten geratenen Hamburger Werft Blohm + Voss AG macht planmäßige Fortschritte. Zur Abwendung eines Vergleichsverfahrens haben die Aktionäre im vergangenen Jahr 30,7 Millionen Mark zur Verfügung gestellt und außerdem ein zinsloses, aber rückzahlbares Darlehen von 46 Millionen Mark zugesagt, aus dem bislang 10 Millionen Mark abgerufen sind. Unter Einsatz dieser Mittel gelang es, 1970 ausgeglichen abzuschließen. 1972 kann wahrscheinlich mit der Tilgung des Verlustvortrages von 30,6 Millionen begonnen werden. Wann die Bilanz wieder schwarze Zahlen zeigt, wagt der Vorstand nicht vorauszusagen. Zunächst hat er ein neues Investitionsprogramm von 70 Millionen Mark vorgelegt, mit dessen Hilfe künftig bei Blohm + Voss Schiffe bis zu 400 000 Tonnen Tragfähigkeit gebaut werden können.

Schröder, Münchmeyer, Hengst: Erstaunlich

Bei dem am 1. Januar 1969 aus drei Privatbanken hervorgegangenen Bankhaus Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co, Hamburg, Frankfurt, Offenbach, ist 1970 die Bilanzsumme um 41 auf 756 Millionen Mark gestiegen. Noch erstaunlicher ist, daß der Gewinn rascher wuchs als die Bilanzsumme. Positiv wirkte sich die verbreiterte Geschäftsbasis aus; außerdem kam es zu beachtlichen Rationalisierungserfolgen. Während 1969 auf einen Beschäftigten 1,4 Millionen Mark Bilanzsumme kamen, waren es 1970 bereits fast 2 Millionen Mark. Das Kapital der Bank wurde von 22,5 auf 30 Millionen Mark aufgestockt. Außerdem sind noch haftende Mittel von 15 Millionen in Bereitschaft, so daß das haftende Eigenkapital 45 Millionen beträgt.

Oldenburg-Landesbank: Hoher Kurs

Mit 440 Mark für die 50-Mark-Aktie wird die Oldenburgische Landesbank AG, Oldenburg, beachtlich hoch bewertet, auch wenn berücksichtigt wird, daß die Dividende für 1970 von 7 auf 7,50 Mark erhöht werden soll. In Börsenkreisen geht man davon aus, daß die einzelnen Großaktionäre ständig versuchen, ihre Positionen zu verstärken und daß deshalb die in den Handbüchern verzeichneten Beteiligungsverhältnisse längst überholt sind. So dürfte die Dresdner Bank erheblich mehr als 25 Prozent des 21 Millionen Mark betragenden Grundkapitals besitzen, auch die Länder Niedersachsen und Bremen, deren Anteile mit 14 bzw. 17 Prozent angegeben werden, sind inzwischen stärker geworden. Selbst wenn es der Dresdner Bank gelingen sollte, von der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank 6 Prozent des Aktienkapitals zu übernehmen, so soll es der Dresdner Bank dennoch kaum mehr möglich sein, gegen den Willen von Niedersachsen und Bremen die Mehrheit bei der Oldenburgischen Landesbank zu erwerben.