Mit einem „Abschiedsgeschenk“ im Wert von über 1,2 Milliarden Mark macht Großbritanniens Tory-Regierung jetzt den britischen Bauern im diesjährigen „Price Review“ die „Rückkehr zum Markt“ schmackhaft. Eine Rückkehr, die den Verbrauchern des Inselreiches freilich teuer zu stehen kommen wird: durch Preiserhöhungen der bisher (auf Grund des seit Kriegsende gültigen Deficiency Payment System) künstlich billig gehaltenen Lebensmittel – infolge von subventionierten Garantiepreisen für die Agrarprodukte der Farmer in England, Wales, Schottland bei gleichzeitiger Ausnutzung der niedrigen Weltmarktpreise durch unbehinderte billige Lebensmitteleinfuhren.

Damit wird es künftig Schluß sein. Wie von den Konservativen in ihrer Oppositionszeit versprochen, werden Grenzabgaben und Importzölle die Agrarimporte verteuern und gleichzeitig – nach dem Rezept der EWG – einen Schutzwall um Britanniens Landwirtschaft legen. So abgeschirmt, können die Bauern dann ihre Erzeugerpreise heraufsetzen, allerdings nur bei gleichzeitigem Verzicht auf Beihilfen.

Damit „sparen“ zwar die britischen „Steuerzahler“ künftig Geld. Doch müssen sie es als „Verbraucher“ mehr aufwenden. Agrarminister Prior schätzt für dieses Jahr genau ein Prozent, besonders wegen einer Milchpreiserhöhung, die sich ab 1. Juli im Einzelhandel mit 4,4 Pfennig je Pint durchsetzen wird, aber auch auf Grund einer Verteuerung der Fleisch-, Eier- und Getreidepreise, für die es durch Grenzabgaben abgedeckte Einfuhr-Minimumpreise und Erzeuger-Richtpreise geben wird.

Dennoch sind die britischen Landwirte keineswegs glücklich. Denn:

1. gleichen die dabei erhöhten Garantiepreise noch nicht einmal die in den letzten zwölf Monaten gestiegenen Produktionskosten für die subventionierten Lebensmittel aus, da diese um schätzungsweise 1,25 Milliarden Mark in die Höhe kletterten,

2. werden damit auch keine genügend starken Anreize für eine Produktionserhöhung als Voraussetzung für verstärkte Einkommen gegeben und

3. werden die Viehzüchter besser als die anderen Bauern bedient. So werden beispielsweise die Garantiepreise für 100 Kilogramm Rindfleisch (Lebendgewicht) um 10,80 Mark heraufgesetzt. Nicht ganz so stark steigen, die Preise für Lamm- und Hammelfleisch, bei dem sich die Briten große Absatzchancen nach einer EWG-Mitgliedschaft ausrechnen, verglichen etwa mit einer Verbesserung des Weizenpreises um 1,1 Mark pro Doppelzentner.