Nach kräftigen Kursgewinnen im Januar und Februar ist im März auf den deutschen Aktienmärkten eine Konsolidierungsphase eingetreten. Die Käufe aus dem Ausland nahmen merklich ab, und der Berufshandel war durch das knapp gebliebene Geld in seinen Dispositionen eingeengt. Der graue Alltag ist in die Börsensäle zurückgekehrt.

Dennoch gab es kurz vor dem Monatsultimo noch einige neue Höchstkurse. Daß die Kurse der Großbankaktien sich auf Jahreshöchststand bewegen, ist wirtschaftlich berechtigt. Denn trotz aller Klagen verspricht 1971 ein gutes Bankenjahr zu werden, natürlich nicht zu vergleichen mit dem Spitzenjahr 1969. Auch die feste Tendenz der Warenhausaktien hat einen wirtschaftlichen Hintergrund. Die ständig steigende Massenkaufkraft wird sich zum Teil in den Kassen der Warenhäuser wieder finden, bei denen die Gewinne trotz Kostenexplosion vermutlich wachsen werden. Und auch die Bevorzugung der Autoaktien scheint berechtigt, denn hier ist der Absatz bisher von keiner Restriktion beeinträchtigt worden. Ob dagegen die zeitweise Vorliebe für Maschinenbauaktien auf Vernunft beruht, steht auf einem anderen Blatt. Schließlich müssen sich die Investitionskürzungen der großen und vor allem auch der kleinen Unternehmen irgendwo niederschlagen. Beim Stahl ist gegenwärtig schwer eine Prognose zu stellen, weil alle Vorausschauen durch die Brille der Tarifverhandlungen gesehen werden. K. W.