Am 26. März proklamierte der Führer der ostpakistanischen Awami-Liga, Scheich Mujibur Rahman, über einen Geheimsender die „Unabhängige Volksrepublik von Bangla-Desh“:

„Ganz Bengalen befindet sich im Kriegszustand. Mit ihrer altbekannten Mentalität der Ausbeutung bengalischer Schätze haben die West-Pakistaner jedwede moralische Überlegung zurückgewiesen und sich vorgenommen, 65 Millionen Bengalen mit brutaler Gewalt ihrer Rechte zu berauben.

Bengalen und die übrige Welt sind erschüttert. Es gibt in der Geschichte nicht einen einzigen vergleichbaren Fall, in dem militärische Gewalt auf so verabscheuungswürdige Art eingesetzt wurde. Heute leidet das Land unter zahllosen Wunden, die ihm von den Soldaten zugefügt worden sind.

Die Vorkämpfer eines unabhängigen Bengalen haben ihnen eine schnelle und scharfe Antwort erteilt... Die ostpakistanische Miliz und andere (Militär-) Einheiten sind in blutige Kämpfe mit der Zentralarmee verwickelt. Wenn der Feind droht, in unsere Städte oder Dörfer einzudringen, bewerft ihn mit rotem Pfeffer, mit Mineralwasserflaschen, mit allem, was euch gerade in die Hand gerät Der Feind schießt auf alles, was er zu Gesicht bekommt, um es zu töten...

Tausende von Menschen haben heute schon ihr Leben verloren. Das ist ein einmaliger Fall in der Weltgeschichte. Ich appelliere an die ganze Welt und besonders an unsere Nachbarn. Ich bitte sie, bei diesem Blutbad nicht stumme Zuschauer zu bleiben. Helft den 65 Millionen Bengalen. Wir bitten die ganze Welt: Rettet und befreit im Namen der Menschlichkeit das bengalische Volk.“