Zwei prominente deutsche Leichtathleten, der Kugelstoßer Heinfried Birlenbach und der Weitspringer Hermann Latzel, wurden vom Deutschen Leichtathletik-Verband gesperrt, und Titel und Platz bei der Deutschen Hallenmeisterschaft wurde ihnen aberkannt, da sie Dopingpräparate eingenommen hatten. Die Urinkontrolle in einem Kölner Institut ergab eindeutig, daß aufputschende Mittel (Amphetamine) benutzt worden waren. Wie das heute anscheinend üblich ist, bestreiten beide, daß sie sich gedopt hatten. Birlenbach behauptete, ein Mittel gegen Grippe eingenommen zu haben. Ein solches Mittel, in dem sich Amphetamine befinden, existiert auf dem Arzneimittelmarkt aber nicht.

Nun wird sogar dem Vorstand des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) noch der Vorwurf gemacht, er hätte die Dopingliste, und diese noch in nicht ausreichender Form, erst am 2. März in „Leichtathletik“, also nach der Dopingkontrolle vom 27. Februar, veröffentlicht und das Dopinggesetz, besser wäre Anti-Dopinggesetz, sei überhaupt erst am letzten Sonnabend beim DLV-Verbandstag in Berlin verabschiedet worden.

Tatsächlich ist aber ein Sportverband kein Gesetzgeber, wie ihn ein Parlament darstellt, und ein Sportgericht braucht nicht die Verfahrens-Akribie eines ordentlichen Gerichts an den Tag zu legen. Daß Aufputschmittel verbotenes Doping sind, wissen alle Athleten schon seit vielen Jahrzehnten. Im übrigen ist es kaum möglich, alle verbotenen Mittel mit ihren unzähligen Firmennamen aus der ganzen Welt auf einer Liste einzeln aufzuführen. Die pharmakologische Kennzeichnung genügt dazu völlig. Die beiden Dopingsünder wurden zu Recht bestraft. A. M.