Opas Heilbad ist tot“, auch in Oberösterreich. Deshalb wirbt man seit kurzem für das Land zwischen Dachstein und Böhmerwald nicht mehr um den „Kurgast am Stock“, sondern um Leute, die gesund sind und gesund bleiben wollen.

Oberösterreich, das eine beträchtliche Anzahl von Heilbädern aufzuweisen hat, und sich trotz Ischl und Salzkammergut auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs noch als echtes Pionierland sieht, ist dabei, sich den Prophylaktikern anzubieten, und zwar „fast unglaublich preisgünstig“. So kann man im Rheumaheilbad Schallerbach, zum Beispiel, ein Zimmer mit Vollpension, Bedienungszuschlag und Kurtaxe pro Person- und Woche schon für 115 Mark bekommen, in Bad Goisern einen Sieben-Tage-Aufenthalt mit Vollpension plus Benutzung der fünf Seilschwebebahnen, drei Sessellifte, zehn Schlepplifte und Sechs-Tage-Skikurs für 190 Mark.

Wie sehr man zwischen Aspach und Bad Hall, zwischen Leonfelden und Windischgarsten entschlossen ist, nicht nur Hotels und Kureinrichtungen zu modernisieren, sondern den Veränderungen der allgemeinen Urlaubsauffassung Rechnung zu tragen, beweist der Luftkurort Wolfsegg am Hausruck, wo dem Gast, vornehmlich dem weiblichen, Laktotherapie geboten wird. Nach dem Muster antiker Schönheitspflege, bei der ein Bad in Eselsmilch so selbstverständlich war wie Paprika im Würstel-Gulasch, kann man in Wolfsegg von den Resten der Käseerzeugung profitieren, indem man in Molke badet und Molke trinkt.

Gesund bleiben und schöner werden heißt also das Programm, das die oberösterreichischen Bäderexperten für den Gast bereithalten, wobei sie auf ihrer Werbereise durch die Bundesrepublik Bekennermut zeigten: „Wir sind auf Ihre Mark angewiesen. Deshalb werden wir uns alle Mühe geben, Sie zufriedenzustellen.“

Ursula Schülke