Hervorragend:

„The War Game“, von Peter Watkins. 1965 für die BBC gedreht, wurde diese fiktive Dokumentation über einen Atomkrieg nie im Fernsehen gezeigt. Es ist ein Lehrstück mit verblüffenden (für die Situation nach der Bombe aber oft zu simpel geratenen) Wochenschau-Effekten: Bürokratie und Egoismus, versagende Schutzmaßnahmen und bischöfliche Weihe für den „gerechten Krieg“, Realinterviews mit arglosen Zeitgenossen und der massenhafte Gnadenschuß durch piekfeine Bobbies – noch heute kann man den Schock der britischen Auftraggeber nachempfinden. WD

„Blondie’s Number One“, von Robert van Ackeren. „Fantasia“ von Walt Disney.

Im Fernsehen: „Tristana“ (1970), von Luis Buñuel (ARD am 6. April), ist eines der eklatantesten Beispiele für das Versagen unserer Kinos. Dabei ist es eine im Grunde ganz einfache Kinogeschichte: vom Mündel, das der Vormund haben will, bekommt und verliert und dann doch wieder hat, aber nicht so, wie er will, sondern Bunuel. Ein Alterswerk, wenn man so will, in vielschichtigem Wortsinn, streng und hart auch gegen die eigene Leidenschaft, die immer Spanien heißen wird, auch wenn Spanien das enge Ritual der Kleinstadt ist. Zugleich ein Film über Buñuel und seine Belle de jour namens Catherine Deneuve. PWJ

„Judex“ (1963), von Georges Franju (Hessen III am 8. April). Dieser Hommage auf die Serienfilme von Louis Feuillade (Fantômas, Vampires, Judex), die zwischen 1913 und 1917 entstanden sind, kann man zwar naiv als Abenteuer-Horror-Film konsumieren. Aber Franju, der als Dokumentarist begonnen hat, ist ein Detailfetischist: Er überläßt nichts dem Zufall, seine Bilder sind kalkuliert, sie könnten gar nicht anders sein – und er gibt dem Zuschauer in lang ausgehaltenen Einstellungen Gelegenheit, den Pfad der Kinotugend vom Konsumenten zum Kenner und Genießer zu gehen. PWJ

„Accatone“ (Italien 1951), von Pier Paolo Pasolini (Südwest II am 3. April). „Chronik der Anna Magdalena Bach“ (1967), von Jean Marie Straub (ARD am 8. April). „Im Zeichen des Bösen“ (USA 1957), von Orson Welles (Bayern III am 2. April).

Sehenswert: