In der starren Front der schwarzafrikanischen Staaten gegenüber Südafrika zeigen sich seit Mitte vergangener Woche die ersten Risse. Die Nationalversammlung Ghanas billigte einen „Dialog“ mit der südafrikanischen Regierung. Ghanas Außenminister Ofori-Atta wird nach Pretoria reisen, um dort über den Hauptstreitpunkt, die Apartheid, zu verhandeln.

Präsident Hophouet-Boigny von der Elfenbeinküste hatte zuvor angeregt, die Gespräche wieder aufzunehmen. Der südafrikanische Ministerpräsident Vorster antwortete umgehend und positiv und legte allen schwarzafrikanischen Staaten diplomatische Beziehungen „ohne Diskriminierungen“ nahe.

Außer der Elfenbeinküste und Ghana erklärten sich auch Madagaskar und Malawi zu Gesprächen bereit. Pretoria honorierte diese Absicht bereits mit erhöhter Entwicklungshilfe. Ein gleicher Schritt wird von Gabun und der Zentralafrikanischen Republik erwartet. Damit sind die letzten Beschlüsse der Organisation Afrikanischer Staaten (OAU) durchbrochen.

Auch zwischen Rhodesien und Großbritannien werden Verhandlungen – wahrscheinlich noch im Frühjahr – wiederaufgenommen. Vorbereitende Kontakte bestehen seit dem letzten Jahr. Dabei geht es um die sogenannte Fünf-Punkte-Forderung, die London erhebt. Hauptziel ist die Erfüllung der rhodesischen Verfassung von 1961, die politische Gleichberechtigung der Farbigen und Übergang, zu einer Mehrheitsregierung aus freien Wahlen vorsieht.