Wirtschaft

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Feuilleton

Fußball nach allen Regeln der Kunst

Stumm fängt es an. George Best hat den linken Fuß auf den Ball gesetzt, die Hände in die Hüften gestemmt. Ein Denkmal. In der Pose lauert lässig Spannkraft. Kurz und knapp winkt der rechte Arm. Der Fuß tritt denBall Kein Denkmal.

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DIE ZEIT

Saubermann

Seit Anfang des Jahres muß Echternach um seinen Posten an der Spitze der CDU-Jungschar bangen. Seine Wiederwahl ist umstritten.

Schuldspruch

Der Richterspruch läßt keinen Zweifel: Das Verbrechen von My Lai ist von amerikanischen Soldaten begangen worden. Ein Militärgericht in Fort Benning hat über Oberleutnant William Calley als einen der Hauptbeteiligten, sein „Schuldig“ gesprochen.

Bruderkampf der Moslems

Gewalt und Schrecken standen Pate, als das Indische Reich 1947 zerbrach und der Staat Pakistan geboren wurde. In großen Wellen kamen Haß und Mordsucht damals über das Land und ließen eine halbe Million Tote zurück.

Ohne Glanz und Gloria

Die Opposition macht im Bundestag eine gute Figur; sie führt in der Regel die besseren Redner ins Gefecht, und wo die Koalitionsparteien oft die abgewogene Langeweile von Regierungserklärungen verbreiten, zeigen sich die Christlichen Demokraten munter und angriffsfreudig.

ZEITSPIEGEL

Im Laufe des letzten Jahres wurden in Südafrika 80 zum Tode verurteilte dem Henker übergeben. Im Jahr davon waren es 117. Dies ist einsamer Rekord: Rund 47 Prozent aller in der Welt vollstreckten Todesurteile entfallen auf Südafrika, und fast alle, die gehängt wurden, sind Schwarze.

Karriere mit Kompromissen

Der XXIV. Parteitag der KPdSU wird es bestätigen: Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Leonid Iljitsch Breschnjew, ist der mächtigste Mann der Sowjetunion, der respektierte Nachfolger Lenins, Stalins und Chruschtschows.

Ein halbstarker und halbmüder Held

Im Gerichtssaal saßen die Witwen seiner Opfer. Der Angeklagte, zur Person befragt, redete frech den Hals: „Ich heiße Borghese, und wenn es Zweifel gibt, wie man das schreibt, dann können Sie es am Hauptportal der Peters-Basilika nachprüfen.

An der Schallmauer gescheitert

Hubert H. Humphrey, demokratischer US-Senator und Spitzenkandidat für die nächsten Präsidentenwahlen, stimmte in der vergangenen Woche gegen die eigene Lobby.

Sind die Meister der Technik verrückt?

Wenn ein Flugzeug startet, dann entsteht ein Interessenkonflikt zwischen den Benutzern und den „Hörern“. Überdies geraten die Benutzer noch in einen Konflikt zweier unvereinbarer Wünsche.

Aus den Fesseln des Fortschritts befreit

Als der amerikanische Kongreß das Projekt des Überschall-Verkehrsflugzeuges SST (Supersonic Transport) zu Fall gebracht hatte, brach der demokratische Henry Jackson in den Entsetzensruf aus: „Die Ignoranten ergreifen die Macht.

In Sachen Steffen kontra Springer u.a.

Unter dem Titel „Kampagne gegen Steffen“ unternahm das NDR-Fernsehmagazin „Panorama“ am 22. März den Versuch, Licht in eine Kontroverse zu bringen, die seit Beginn des Monats Blätter des Springer-Konzerns gegen den schleswig-holsteinischen SPD-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten-Kandidaten Jochen Steffen führen – und umgekehrt.

Künstliche Krise

Ob nun die dreißig Hauptleute der 7. Panzergrenadierdivision in Unna vom Bundesverteidigungsminister ein totales oder ein auf die Dienstzeit beschränktes Sprechverbot erhalten haben – sie fanden Sprecher zur Genüge, die binnen einer Woche nach der Veröffentlichung der Hauptmannsthesen der Bundeswehr ihre jüngste Krise auf geschwätzt haben.

Am Ende eines langen Weges

Am Neßpriel in Hamburg-Finkenwerder hat die deutsche Geschichte fünfundzwanzig Jahre Verspätung. Nur die Vorfrühlingssonne hellt das triste Barackenmilieu auf.

"Ein Freier, dessen Blumen welken"

Königswinter im März – das ist leicht ververblichene Pracht, die auf die frischen Farben des Frühlings wartet. Königswinter um diese Jahreszeit – das ist aber auch ein Synonym für ein außergewöhnliches Forum, für das deutsch-englische Gespräch.

Linke Leitplanke

Im Zuge der Abgrenzung nach links hat der SPD-Parteivorstand das Tischtuch zwischen sich und dem Sozialdemokratischen Hochschulbund (SHB) halb zerschnitten.

Lichtscheu

Die Geschichte des Streiks in Deutschland ist um einen neuen Streikgrund reicher: Am 1. April wollen die Ersatzdienstler die Arbeit verweigern, weil der Bundestagsausschuß für Arbeit und Sozialordnung in ihrer Sache ein „Hearing“ hinter verschlossenen Türen abhält.

Rekord bei Ford

Die englischen Ford-Arbeiter haben bereits den Streikrekord der Postarbeiter gebrochen. Seit neun Wochen sitzen sie zu Hause oder bekräftigen auf Durchhalteversammlungen ihren Willen, Lohnerhöhungen bis zu 15 Pfund Sterling pro Woche durchzusetzen; das sind über 130 Mark.

Mit einem Fuß in der Tür

Fünfzehn Monate lang zahlte die ungarische Fluggesellschaft "Malev" Miete für ein Büro in West-Berlin, das sie zwar komplett einrichten, aber nicht eröffnen durfte.

Das Mäuslein aus dem Aktenberg

Bei seinem Gespräch mit Jürgen Echternach, dem Vorsitzenden der Jungen Union, erwähnte der künftige sowjetische Botschafter in Bonn, Valentin Falin, ein alliiertes Dokument aus dem Jahre 1947.

Keilerei auf dem Hinterhof

Albert Osswald, Ministerpräsident in Wiesbaden und sozialdemokratischer Parteichef des als links verschrienen Bezirksverbands Hessen-Süd, berief sich auf Konrad Adenauer.

Startlöcher zugestaubt

Der Zeitpunkt seiner unverhofften und deswegen auch für ihn so schmerzlichen Niederlage ist schlimmer als das ganze Debakel an sich, kommentieren besorgte Freunde die Abwahl ihres John van Nes Ziegler.

Alles beim alten

Das Experiment des Kompromisses, sprach Wilhelm Fay, Frankfurter Bürgermeister und seit dem Wochenende Ehrenvorsitzender der städtischen CDU, „ist als gelungen zu betrachten“, die Partei habe wieder eine Plattform, auf der sich arbeiten lasse.

Verkehrsblockade im Ruhrgebiet: Drohende Pleite

Oppositionsführer Heinrich Köppler (CDU) war außer sich: „Dies ist ein Skandal, daß die Landesregierung nichts gegen rechtswidrige Blockaden der Nahverkehrsunternehmen unternimmt!“ Tatsächlich rumort es seit sechs Wochen in Dortmund, Bochum, Hagen, Düsseldorf und anderen Orten auf Straßenbahnschienen und an Bushaltestellen.

Ist die DKP vergreist?: Rot mit Rost

Unsere Partei hat Rost angesetzt“, erkannte klagend ein DKP-Genosse kürzlich auf einem Schulungsseminar im badischen Weisweiler: So jung, und schon so rostig, muß man fragen, denn die neu gegründete KP der Bundesrepublik ist noch keine zwei Jahre alt.

Südvietnam: Hanoi greift an

Nach der mißglückten Laos-Invasion muß Südvietnam jetzt mit einem Angriff kommunistischer Verbände auf eigenem Territorium rechnen.

Afrika: Fronten gelockert

In der starren Front der schwarzafrikanischen Staaten gegenüber Südafrika zeigen sich seit Mitte vergangener Woche die ersten Risse.

Brandt verteidigt Reformprogramm

Im Mittelpunkt der parlamentarischen Auseinandersetzung in Bonn standen in der letzten Woche das Reformprogramm, Fragen der Verteidigungspolitik, die Äußerungen Botschafter Falins über die sogenannten Feindstaatenartikel und das Berlinproblem.

Nahost-Konflikt: Toter Punkt

Die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Nahost-Konflikts sind vorerst gescheitert. Früher als angekündigt flog der schwedische UN-Vermittler Jarring wieder nach Moskau zurück, wo er sein Land als Botschafter vertritt.

Vereinigte Staaten: SST abgelehnt

Das amerikanische Überschallflugzeug Boeing 2707 wird vorers: nicht gebaut. Mit 51 gegen 46 Stimmen lehnte der Senat am Donnerstag letiter Woche die Bewilligung von weiteren 134 Millionen Dollar für das SST-(Super Sonic Transport)Projekt ab.

Dokumente der ZEIT

„Ganz Bengalen befindet sich im Kriegszustand. Mit ihrer altbekannten Mentalität der Ausbeutung bengalischer Schätze haben die West-Pakistaner jedwede moralische Überlegung zurückgewiesen und sich vorgenommen, 65 Millionen Bengalen mit brutaler Gewalt ihrer Rechte zu berauben.

Bürgerkrieg in Pakistan

Der Staat Pakistan zerfällt in seine beiden Landesteile. Scheich Mujibur Rahman, der 51jährige Führer der ostpakistanischen Awami-Liga, proklamierte in der letzten Woche die „Unabhängige Volksrepublik Bangla Desh“ (siehe auch Dokumente der ZEIT).

Südamerika-Reise: Kontakte vertieft

Bundespräsident Heinemann hat seine zehntägige Südamerikareise beendet. Am Sonntag vergangener Woche war er in Begleitung von Außenminister Scheel nach der Antilleninsel Barbados abgeflogen, um den drei Staaten Venezuela, Kolumbien und Ekuador offizielle Besuche abzustatten.

Städte schmücken sich mit Kultur:: Profil gesucht

Die Städte sehen ihre Zukunft in der Kultur. Sie rivalisieren nicht mehr um die größten Industriebetriebe, die breitesten Straßen und die glänzendste Neon-City; die neuen Schlagworte für das, was sie jetzt wollen, heißen "stärkere Anziehungskraft", "größerer Freizeitwert", "mehr Urbanität".

Brechts hl. Mutter

Ambrosius, aus dem Berufszweig der Heiligen, war Bischof von Mailand und ein streitbarer Mann. Selbst den mächtigen Theodosius den Großen nötigte er – man schrieb das Jahr 390 – zur Kirchenbuße.

Besuch bei unseren Dichtern

Am Eingang der Ausstellung, die, wie uns gesagt worden war, diesmal besonders reich bestückt sein sollte, begrüßte uns unser Führer.

Eigenberichte vom Tage

Die überraschende Entdeckung, daß wir jahrhundertelang den falschen Teil der Kartoffelpflanze (Solanum tuberosum) gegessen haben, machten amerikanische Ethnologen in den südamerikanischen Hochanden.

Kunstkalender

70 Aquarelle und Zeichnungen aus den 20er Jahren in Berlin, während derer Schlichter, ein politischer und künstlerischer Aktivist, Mitglied der Novembergruppe und der kurzlebigen „Roten Gruppe“ war, die er 1924 mit George Grosz und Heartfield gegründet hatte.

Besser sehen durch documenta5

Ein ungutes Gefühl, zwischen Hoffnung und Skepsis, bleibt nach dieser ersten Pressekonferenz des documenta-Teams am 25. März im Kasseler Rathaus zurück: Ein faszinierendes, auf hohem theoretischen Niveau (das allerdings von vielen der Anwesenden als zu hoch empfunden wurde) entwickeltes und in sich geschlossenes Konzept, von Bazon Brock nach intensiver Vorarbeit und Diskussion mit den übrigen Hauptverantwortlichen formuliert, hinterließ den Eindruck, daß hier wieder einmal weitgehend bloß schöne Absichten vorgetragen wurden – an deren Verwirklichung aber mit den bereitstehenden und zu erwartenden Mitteln kaum zu denken ist.

ZEITMOSAIK

Kurz nach einem Besuch in Hamburg, wo das von ihm entworfene Gymnasium „Christianeum“ entsteht, starb vorige Woche, 69 Jahre alt, Arne Jacobsen.

Der größte Prozess der Weltgeschichte

Diesmal übertrieben die Zeitungen ausnahmsweise nicht – es war der größte Prozeß der Weltgeschichte. Siebzehn Richter, dreihundertdreiunddreißig Geschworene, siebenundvierzig öffentliche Ankläger und ebenso viele Verteidiger: wohl kein einziges Fernsehgerät auf dem ganzen Erdenrund, das nicht eingeschaltet gewesen wäre.

Ein Dichter unter Wölfen

Auf dem Speicher brannte eine Kerze. In der Mitte stand ein Faß, auf ihm lagen geöffnete Konserven und Weißbrot. Für die hungernden Lagerinsassen war das ein unerhörter Luxus – die Menschen lebten von dünner Linsensuppe, und auch davon gab es nicht genug .

KRITIK IN KÜRZE

„Das suchen nach dem gestrigen tag oder schnee auf einem heißen brotwecken“, von H. C. Artmann. Endlich wird dieser Autor „sozialisiert“: vor kurzem legte der Suhrkamp Verlag einen Artmann-Reader vor („The Best of H.

ZU EMPFEHLEN

Eine notwendige Auseinandersetzung einleitend, zeigt ein Franzose den Deutschen, was sie in Heinrich Mann besaßen: den Artisten und Gesellschaftskritiker, Nachkommen Nietzsches und Zolas, einen Konservativen, der in Revolutionen verliebt war, bedeutend noch in seinen Irrtümern und abenteuerlich in seiner Größe.

Keine Insel im Nichts

Der Untertitel „Roman unserer Existenz“ ist glücklicherweise irreführend. Denn das Erstlingswerk des Medizinprofessors, Fernsehautors und ehemaligen Herausgebers der knapp drei Ausgaben alten Monatszeitschrift akut, Hoimar von Ditfurth, ist gerade nicht eines jener Sachbücher, die nach dem Vorbild von Schenzingers Technikschinken versuchen, wissenschaftliche Information in Roman- oder gar Krimiverpackung zu verkaufen.

Ein Roman zum Abgewöhnen

In der europäischen Kultur erfreuen sich die Griechen eines gewissen Rufs. Auch wenn nur sehr wenige unter uns Zeit und Lust aufbringen, sich mit dem zu beschäftigen, was Griechen gedacht und geschrieben haben, so ist von ihren sagenhaften Kulturleistungen doch immer wieder die Rede.

Unser Seller-Teller März 1971

DDR: Otto, „Zum Beispiel Josef“; Joho: „Die Kastanie“; Engels, „Biographie“; Schmidt, „Kompendium der Physik“; König, „Rundfunk und Fernsehen selbst erlebt“ (laut Literaturbeilage des Neuen Deutschland 3/71).

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